PUPPEN & Spielzeug

2017-10-27 08:00:50

Mit Spannung erwartet

Ausgabe 06/17

Herbstauktion in Ladenburg

Viele Spielzeug-Enthusiasten fiebern mit großer Vorfreude der traditionellen Herbstauktion in Ladenburg entgegen. Hier kommen neben Blechspielzeug, Eisenbahnen, Bären und Stofftieren auch Puppen unter den Hammer von Auktionator Götz C. Seidel. Auch in diesem Jahr kamen herausragende Stücke zum Aufruf und entsprechend hoch waren die Zuschläge.

Eines der Highlights der Spielzeugauktion in Ladenburg in diesem Herbst war zweifelsohne eine Puppe Nr. 1 von Käthe Kruse mit Froschhand. Das 42 Zentimeter große Stück Zeitgeschichte mit breiter Handhaltung mit abgenähten Fingern ist an der Fußsohle handschriftlich mit der Nummer 387 signiert. Der Puppenjunge trägt alte Kleidung und ist in einem traumhaften Originalzustand. Aus diesem Grund war der Limit-Preis mit 1.600,– Euro angesetzt. Verkauft wurde die kleine Rarität letztendlich für 6.600,– Euro.

Hohe Zuschläge

Doch nicht nur Werke von Käthe Kruse waren gefragt. Auch Porzellanpuppen erzielten beachtliche Ergebnisse. So eine Bru Jne, die zum Limitpreis von 4.500,– Euro den Besitzer wechselte. Das französische Bébé mit Biskuit-Porzellan-Kurbelkopf auf Biskuit-Porzellan-Brustplatte, gemarkt mit „Bru Jne Nr. 9“ misst 50 Zentimeter, hat fest eingesetzte blaue Paperweight-Augen, einen geschlossenen Mund, leichte Kinngrübchen und durchstochene Ohren. Trotz kleinerer Mängel wie einem Chip am rechten oberen Augenlid fand sie einen neuen Besitzer.

Eine frühe Papiermaché-Brustblattkopfpuppe, gefertigt um das Jahr 1780, mit einer Größe von 1,2 Meter kam für 4.900,– Euro unter den sprichwörtlichen Hammer. Die kleine, fast 250 Jahre alte Schönheit wartet mit eingesetzten Glasaugen, einem geschlossenen Mund, Nasenlöchern und durchstochenen Ohren auf. Sie trägt aufgeklebtes Echthaar auf dem Kopf, der leicht unterwürfig nach unten geneigt ist. Highlight ist die feine ausmodellierte Nase.

Diese frühe Tete Jumeau mit Biskuit-Porzellan-Kurbelkopf, graviert mit der Nummer 12 X, wurde ebenfalls zum Rufpreis verkauft. Sie erzielte 2.900,– Euro. Die Puppendame mit einer Größe von 62 Zentimeter verfügt über den alten Korkdeckel, eine Echthaarperücke sowie fest eingesetzte Paperweightaugen. Der Mund ist geschlossen, die Ohren aufgesetzt. Sie verfügt über einen französischen Gliederkörper, feste Handgelenke, alte Kleidung und originale Jumeau-Schuhe.

Automatisiert

Zum Aufruf kam auch ein Puppenautomat in schönem Originalzustand aus Frankreich. Dieser ist in Christian Baillys Buch, L`age d`Or des Automates, 1848-1914 auf Seite 164 abgebildet. Es handelt sich um die 51 Zentimeter große Darstellung eines Schuljungen mit Eselsmütze. Der kleine Kerl verfügt über einen Masse-Kopf, braune fest eingesetzte Glasaugen, und einen schreiend geöffneten Mund. Versehen ist er mit einem Drahtkörper sowie Porzellan-Armen. Die Puppe bewegt den Kopf sowie den Arm. Uhrwerk und Musikspielwerk sind intakt, lediglich die Seide ist altersbedingt etwas verschlissen. Dies rechtfertigte den Verkaufspreis von 5.500,– Euro.

Spielzeuge

Auch im Bereich des Puppenzubehörs gab es einige beeindruckende Ergebnisse. Besonders eine „Pferd-mit-Wagen-Darstellung“ – ein Dreirad mit Pedalantrieb und Seilzuglenkung – überzeugte die Bieter. Aufgerufen mit 260,– Euro konnte dieses Spielzeug seinen Rufpreis verzehnfachen. Für 2.600,– Euro wurde das zirka 1890 gefertigte mit Fell bezogene Pferd samt Wagen aus Holz-Metall-Korb-Geflecht verkauft.

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TEXT
Tobias Meints

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