PUPPEN & Spielzeug

2016-10-28 08:00:28

Die Zielstrebige

Ausgabe 06/16

Vielfältige Kunst von Christel Pangerl

Begonnen hat Christel Pangerl ihre Karriere mit dem Reproduzieren antiker Puppen. Wenig später fing sie an, selber zu modellieren und aktuell haben es ihr insbesondere Skulpturen und ausgefallene Fantasiegeschöpfe angetan. So weit, so „gewöhnlich“. Doch wie die vielseitige und sympathische Künstlerin aus dem Fürstentum Liechtenstein jedoch in das Handwerk Puppenmachen einstieg, ist mehr als ungewöhnlich.

Wer würde auf die Idee kommen, von einer Bekannten ein Lager voller fertiger und halbvollendeter Puppen, Materialien, Accessoires und großen Mengen an Stoffen zu übernehmen, ohne eine Idee davon zu haben, was man damit anstellen solle? Die Antwort darauf lautet: Christel Pangerl. Die Künstlerin, die sich mit dem Alleinstellungsmerkmal schmücken darf, die einzige Puppenmacherin im Fürstentum ­Liechtenstein zu sein, hat auf diese Weise ihre Künstlerkarriere begonnen. Das war Ende der 1990er-Jahre. „Als ich das Material­lager seinerzeit sah, war mir klar: Das Erbe möchte ich antreten“, erklärt die sympathische Puppenmacherin. „Da ich aber noch voll im Berufsleben stand, dauerte das noch eine Weile. Erst als ich meinen Beruf krankheitsbedingt nicht mehr ausüben konnte, kaufte ich die Sammlung. Und das ohne die leiseste Ahnung, was ich damit machen würde.“

Zielstrebigkeit

Doch Christel Pangerl wusste, was sie wollte – nämlich Puppen machen und so ließ sie sich von der bekannten Künstlerin Rosemarie Kunz in die Geheimnisse des Reproduzierens einführen. Auf den ersten Kurs folgen weitere, bis sie im Jahr 2000 auf der Eurodoll in Bregenz ihr Ausstellungsdebüt gab und für zwei ihrer Puppen ausgezeichnet wurde. Beschwingt durch diesen Erfolg bildete sich Christel Pangerl immer weiter und so reifte nach einer Weile der Wunsch, das Modellieren zu erlernen.

Im Jahr 2007 besuchte sie den ersten Kurs zu diesem Thema. Vier Jahre später intensivierte die gelernte Damenschneide­rin ihre Anstrengungen und wagte sich schließlich mit ihren neuen Kreationen in die Öffentlichkeit und nahm im selben Jahr am Wettbewerb um den wichtigsten Award der Puppenszene teil. „Zu meiner Freude wurde ich nach der Vorentscheidung eingeladen, am Wettbewerb um den Marx-Oscar-Arnold-Kunstpreis für zeitgenössische Puppenkunst der Stadt Neustadt bei Coburg teilzunehmen. Es hat leider nicht zum Preis gereicht, jedoch war es für mich schon eine Ehre, daran teilnehmen zu können.“

Aktuelle Pläne

Fragt man Christel Pangerl nach ihren Plänen, schmunzelt die Puppenmacherin. „Mir geistert wieder die Idee für ein Fantasiegeschöpf im Kopf herum. Das braucht jedoch Zeit, denn ich möchte mich nicht unter Druck setzen. Wenn die Idee in meinem Kopf reif ist, beginne ich mit der Umsetzung.“ Was die Künstlerin – die ihre Fantasiewesen aus Modelliermasse fertigt und aktuell mit dem Powertex-System experimentiert – bereits verrät: Es wird um das Thema Energie gehen. Wer Christel Pangerl und ihre Kunstwerke live erleben möchte, hat auf vielen Veranstaltungen Gelegenheit dazu – natürlich auch auf dem ­Internationalen PUPPENfrühling 2017 in Münster.

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Tobias Meints

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