PUPPEN & Spielzeug

2016-09-17 13:25:02

Fingerfertigkeit

Ausgabe 05/16

So gut sind die Einsteiger-Sets von Fimo

Viele Puppenmacher verwenden für ihre Kreationen die Modelliermassen von Fimo. Neben den Profi-Produkten hat der Hersteller aber auch Einsteiger-Sets im Sortiment, die sich an den künstlerisch interessierten Nachwuchs wenden – wie zum Beispiel das Set „Farm Animals“. Aus diesem lassen sich Schäfchen und Schweine modellieren.

Um Kinder am Wochenende kreativ und sinnvoll zu beschäftigen oder einen abwechslungsreichen Programmpunkt für regnerische Ferientage zu bieten, eignen sich die Einsteiger-Sets von Fimo. Aus ihnen lassen sich – mit wenig Aufwand – Tiere oder andere Kreationen modellieren. Step-by-step-Anleitungen helfen bei der Umsetzung. Ob es wirklich so einfach ist, mit Fimo schnelle Erfolge zu erzielen, haben wir ausprobiert. Mitgeholfen hat die 11-jährige Maja.

Ist es so einfach?

Für rund 12,– Euro sind die Fimo Einsteiger-Sets im Fachhandel erhältlich. Sie versprechen schnelle Modelliererfolge und sollen eine dauerhafte Leidenschaft für diese Art der kreativen Betätigung sein. Die Entscheidung fiel auf das Set „Farm Animals“, bestehend aus vier Fimo-Blöcken – in Grün, Rosa, Schwarz und Weiß – sowie einer ausführlichen Anleitung. Daraus sollen – ohne großen Aufwand – Schäfchen und Schweine entstehen. Was man noch benötigt ist ein Skalpell sowie ein Set Modellierwerkzeuge.

Zunächst soll das Schäfchen entstehen. Die Modelliermasse hat eine gute Konsistenz und lässt sich auch von Kindern sehr gut verarbeiten. Je länger man sie knetet, desto weicher wird sie. Nachdem die Blöcke mit dem Skalpell zugeschnitten wurden – eine Aufgabe für Erwachsene – übernimmt Maja das Modellieren. Genau nach Anleitung fertigt sie zuerst eine große weiße Kugel und viele kleine. Die große Kugel wird anschließend einförmig ausgerollt. Das ergibt den Körper. Hat dieser die gewünscht Form, werden die kleinen Kügelchen flach gedrückt und auf Bauch- sowie Rückenpartie verteilt. Auf diese Weise bekommt das Schäfchen seinen Pelz. Fingerabdrücke im Fimo lassen sich übrigens durch vorsichtiges Rollen des Teils auf dem Tisch oder dem Bearbeiten mit einem Modellierwerkzeug verhindern.

Fertigstellung

Danach entstehen aus schwarzem Fimo Kopf, Beine und Öhrchen. Wichtig ist, stets zu prüfen, ob die Proportionen passen – ein Schaf mit zu kleinem Kopf sieht einfach merkwürdig aus. Besonders die als Muscheln gearbeitete Ohren des Schafs bereiten einige Probleme. Es ist schwierig, sie so auszuarbeiten, dass sie denen auf der reich bebilderten Anleitung ähneln. Um Frust vorzugebeugen, wurde die Form einfach ein wenig angepasst. Allein aufgrund ihrer geringen Größe bereiten die Augen einige Probleme.

Sowohl die weißen Ovale, die als Unterlage dienen als auch die schwarzen Pünktchen, die die Pupillen darstellen müssen gleich groß sein. Ist das geschafft, müssen die Äuglein nur noch passend platziert werden. Wichtig zu beachten: Arbeitet man mit unterschiedlichen Farben, sollte man zwischendurch immer gründlich die Hände waschen, ansonsten färben noch vorhandene Schwarzpartikel weiße Augen grau. Manchmal ist das Händewaschen nicht ausreichend. In einem solchen Fall kann man auf dünne Einweghandschuhe zurückgreifen. Abschließend noch zwei kleine Einschnitte mit dem Skalpell im vorderen Bereich des Kopfes und schon hat das Schäfchen Nasenlöcher. Auch diese müssen natürlich symmetrisch sein. Dann werden Kopf und Beine montiert. Ein bisschen nacharbeiten und fertig.

Schwein gehabt

Auch die Modellage des Schweines gelingt nach der Step-by-step-Anleitung sehr gut. Aufgrund nicht ganz sauber geschrubbter Finger hat der Körper allerdings einige grau-grüne Flecken bekommen. Das ist aber nicht weiter schlimm, schließlich liebe Schweine es sich zu suhlen und strahlen selten in reinem Rosa. Auch bei diesem Tier ist die Ausarbeitung der Ohren nicht ganz einfach und die Augen sowie die kleinen schwarzen Punkte für den Rüssel wollen auch mit viel Sorgfalt designt werden.

Anschließend aus dem grünen Fimo noch ein bisschen Gras modellieren und schon sind beide Figuren, die man aus dem Farm Animals-Set herstellen kann, fertiggestellt. Aber es ist ja noch Modelliermasse übrig. Die kleine Künstlerin schlägt daher vor, einen Maulwurf zu machen, der sich aus dem Rasen wühlt, Mit viel Geschick und freihändig wird das noch halb eingegrabene Tier erstellt, mit kleinen weißen Punkten für die Augen versehen. Anschließend bekommen die Tatzen noch rosa-farbene Krallen. Fertig ist das „Freihand-Fimo-Tier“.

Nun kommen die Kunstwerke auf dem mit Alufolie ausgekleideten Bankblech für 25 Minuten in den auf 110 Grad vorgeheizten Backofen. Anschließend abkühlen lassen, bis die Masse ausgehärtet ist. Dabei ereignete sich ein Missgeschick, das Schaf hat seinen Kopf verloren – er war nicht fest genug auf den Körper aufgepresst. Was zunächst nach einem Drama aussah, wurde schnell behoben. Anstatt den Kopf mit Klebstoff zu befestigen, wurde in Körper und Kopf jeweils ein 2-Millimeter-Loch gebohrt. Ein Stück fest eingeschobener Draht ermöglicht es dem Schäfchen nun, den Kopf zu drehen, was den Spielwert deutlich erhöht.

Lohnt es sich?

Nach insgesamt drei Stunden Bastelspaß inklusive der halbstündigen Backzeit sind drei ganz ansehnliche Tiere aus Fimo entstanden, zwei nach Anleitung, eines ohne Vorlage. Die Freude an der Arbeit war bei allen Beteiligten groß und lässt nur ein Fazit zu. Wer darüber nachdenkt, mit dem Modellieren zu beginnen oder einfach mal in diese faszinierende Handwerkstechnik hinein zu schnuppern, kann mit den Einsteiger-Sets von Fimo schnelle Erfolge erzielen und ganz nebenbei niedliche, possierliche Kreationen fertigen.

URL:
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TEXT
Tobias Meints

FOTOS
Tanja Meints

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