PUPPEN & Spielzeug

2014-07-15 09:48:36

So entsteht ein stilvolles Brautkleid

Ausgabe 04/14

Für den schönsten Tag

Wohl jeder kennt die Textzeile „Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß …“ aus dem gleichnamigen Schlager von Roy Black. Der Song beschreibt wie kein anderer den schönsten Tag im Leben jeder Frau, die Hochzeit und das dazu gehörende opulente Brautkleid. Wie man ein solches in Puppengröße fertigt, erklärt diese Anleitung.

Dieses Kleid eignet sich für alle Puppendamen mit einer Größe von etwa 80 sowie einem Taillenumfang von zirka 42 Zentimeter. Als erstes werden die Maße des Schnittes mit denen der Puppe verglichen, die eingekleidet werden soll. Bei doppelter Stofflage liegt die rechte Seite innen. Die Schnittteile auf den Stoff legen und stecken. Konturen mit Schneiderkreide nachzeichnen. Nahtzugaben beachten. Bei Puppenkleidern sind in der Regel die Nähte ein bis 1,5 Zentimeter breit, für Hals und Armausschnitt 5 mm für die Saum­länge 2 bis 4 Zentimeter – wenn nichts anderes angegeben ist.

Brautkleid

Die zugeschnittenen Teile, zum Beispiel Mitte, Kante und Abnäher mit Heftfaden markieren. Bei transparenter Seide das Oberteil auf Futter nähen, wobei das Futter in derselben Größe zugeschnitten wird. Das Rücken- und Vorderteil links auf links auf das Futter legen, stecken und mit Zick-Zack einschlingen. Schmale Abnäher vorne und hinten stecken und steppen, am rückwärtigen Dekolleté, je nach Passform kleine Abnäher nähen und bügeln. Rücken und Vorderteil rechts auf rechts legen, die Schultern aufeinander stecken, steppen und bügeln. Den Besatz an der unteren Schnittkante einschlingen, rechts auf rechts auf das Dekolleté bis zur Rückenkante stecken und steppen. Die Nahtzugabe bis knapp zum Steppstich öfters einknipsen und wenden, an der Kante heften und absteppen. An die vordere Schoßtaille zur Arbeitserleichterung einen schmalen Schrägstreifen annähen, auf die linke Seite einschlagen und an der Kante heften. Die Seitennähte zusammenstecken, die Rückenlänge steht dabei einen Zentimeter über. Steppen, die Seitennähte auseinanderbügeln, die überstehende Rückenlänge einschlagen, heften, an der Kante Rücken und Vorderteil absteppen, bügeln.

Ärmel

Den Besatz an der geraden Schnittkante einschlingen, von rechts auf den Ärmel legen, stecken und steppen, Rundungen einknipsen und wenden, an der Kante heften und absteppen. Die Ärmelnähte stecken und bis zum Schlitz zusammennähen. Jeweils eine oder zwei Schlingen an die Kante und gegenüber Knöpfe an den Schlitz annähen. Die Ärmelkugel jeweils zweimal einreihen. Die Ärmel einsetzen, die Mitte der Ärmelkugel an die Schulternaht stecken, die Falten gleichmäßig verteilen, heften und in den Armausschnitt einnähen. Die Naht zusammenschlingen, die sichtbaren Reihfäden entfernen.

Volant am Dekolleté: Den Stoffstreifen von 80 Zentimeter für den Volant an einer Längsseite schmal säumen, die andere Längsseite mit Zick-Zack einschlingen, auch die beiden Enden säumen. Die eingeschlungene Seite 2 Zentimeter nach links einschlagen, zweimal im Abstand von einem und eineinhalb Zentimeter ab Kante mit dem längsten Stich der Maschine reihen, am Anfang vernähen, am Ende die Fäden zum kräuseln hängen lassen. Auf die Weite des Dekolletés kräuseln (Fäden zusammenziehen). Zur Seite legen, nach dem Einnähen des Reißverschlusses an das Dekolleté nähen.

Rock

Volant an den Überrock annähen. Zwei Längsstreifen zusammennähen, ergibt eine gesamte Länge etwa 240 bis 280 Zentimeter. Eine Längsseite schmal säumen, die andere Seite mit Zick-Zack einschlingen und 2 Zentimeter nach links einschlagen. Zweimal einreihen. Es handelt sich um denselben Nähvorgang wie am Dekolleté-Volant. Die Länge vom Überrock schmal säumen und bügeln, auch den Volant-Saum bügeln. Den Volant vorsichtig auf die Rockweite kräuseln, die Falten gleichmäßig verteilen und etwa ein Zentimeter oberhalb vom Saum draufstecken, heften und zwischen den Reihfäden nähen. Bei gleicher Rockweite wird der Überrock auf den unteren Rock an die Schnittkante der Taille gesteckt und zusammen mit Zick-Zack eingeschlungen. Von der vorderen bis zur rückwärtigen Mitte je zweimal einreihen und auf die Weite des Oberteils den Reihfaden kräuseln (zusammenziehen) die Falten gleichmäßig verteilen. Das Oberteil auf den Rock stecken, etwa ein Zentimeter darüber, an der rückwärtigen Taille sind die Kanten bündig, heften und knapp an der Kante das Oberteil auf den Rock nähen. Die Borte mit der Hand auf die Schoßtaille nähen. Die rückwärtige Naht vom Überrock und vom unteren Rock gleich lang aber getrennt zusammennähen, nach oben Schlitz für Reißverschluss offen lassen. Am Überrock, am Schlitz die Nahtzugabe vorsichtig etwas einschneiden und die Nahtzugabe in den Rock darunter einschlagen, den Schlitz heften. Tipp: Zur Arbeitserleichterung können auch die beiden Röcke mit einer gemeinsamen Naht zusammengenäht werden.

Reißverschluss

Die Nahtzugabe an der rückwärtigen Mitte, an beiden Seiten bis zum Schlitz nach links einschlagen, an der Kante heften und Steppfuß-breit absteppen. Den Reißverschluss unterlegen, Zähnchen in die Mitte stecken und heften, mit kleinen Rückstichen per Hand auf den Steppstich einnähen, die Stoffkanten stoßen dabei zusammen. Die Rocklänge vom unteren Rock prüfen, die Länge einschlagen, stecken und säumen. Den Überrock für die Rosen vier bis achtmal in gleichen Abständen oberhalb des Volants 5 Zentimeter lang, senkrecht einreihen und kräuseln, den Faden vernähen und Rosen daraufnähen. Den vorbereiteten Volant an das Dekolleté bis zur rückwärtigen Mitte stecken und steppen, die Borte zwischen den Reihfäden per Hand nähen.

Brautschleier

Drei Lagen Tüll in verschiedenen Längen zuschneiden. Zur Arbeitserleichterung, auf ein großes Papier den Bogen vom Schleier und eine gerade Linie zeichnen, den Tüll drauf­stecken und zuschneiden. Auf die Schnittkanten eine Borte draufnähen. Die drei Lagen Tüll an der oberen Schnittkante bündig aufeinander­legen, zweimal einreihen, auf 15 Zentimeter kräuseln, die Reihfäden vernähen und zum Versäubern eine Borte drauf­nähen. Nach Belieben noch ein Blumenkränzchen draufsetzen. Mit Haarklemmen befestigen.

Pompadour

Den Taschenboden ohne Nahtzugabe aus Vlieseline, auf die linke Stoffseite aufbügeln. Die Nahtzugabe steht darüber am Rand der Vlieseline – rundum steppen. Beide Nähte vom Beutel wie abgebildet schließen, das heißt an der Außenseite 2,5 bis 4 Zentimeter unterhalb der Kante einen Schlitz für den Einzug der Kordel offen lassen. Die Naht auseinanderstreifen, den Schlitz rundum steppen. Das Futter ohne Schlitz nähen, rechts auf rechts in den Beutel stecken, die obere Kante rundum zusammennähen, wenden und die Kante absteppen. Den Tunnel für die Kordel zweimal steppen. Die Schnittkanten zusammenfassen, versäubern und einreihen, an den Taschenboden stecken und steppen. Die Kordel einziehen, die Enden mit etwas Klebestreifen umwickeln und mit einer Sicherheitsnadel in den Tunnel einziehen, Die Enden verknoten und Streifen entfernen.

Unterhose

Beide Teile rechts auf rechts legen, vordere und rückwärtige Mitte zusammenstecken und steppen, die Naht ausstreifen. Den Saum an der Taille 1,5 Zentimeter nach links umschlagen, einen halben Zentimeter einschlagen, stecken und steppen. Eine kleine Öffnung für den Gummi zum Einziehen berücksichtigen. Das Gummiband mit einer Sicherheitsnadel einziehen, etwas übereinander nähen und die Öffnung schließen. Die Länge einschlagen, stecken und säumen. Eine Spitzenborte an den Saum nähen.

Petticoat

Nach Belieben eine Lage steifen Petticoat-Stoff und drei Lagen Tüll für den Volant – Seide oder feiner Jersey für die Hüftpasse verwenden. Tüll-Lagen für den Volant ­aufeinanderlegen, an der Schnittkante zweimal einreihen, auf die Weite der Hüftpasse kräuseln, die Falten gleichmäßig verteilen und an die Hüftpasse stecken, heften und steppen. Wenn jede Lage einzeln eingereiht wird, bekommt der Petticoat noch mehr Volumen, vergleichbar mit einem Tutu (Ballett-Röckchen). Die Längsnaht schließen. Der Saum an der Taille für den Gummi ist derselbe Nähvorgang wie an der Unterhose. Nach Belieben eine Spitze auf den Tüll nähen. Für einen Reifeinzug den Volant aus Petticoat Stoff separat einreihen, da der Umfang nur halb so weit ist, als die Weite vom Tüll-Volant misst. Die Länge säumen und den Reif einschieben, etwas übereinanderstehen lassen und die Öffnung mit der Hand schließen.

Rosen

Der Schrägstreifen ist je nach gewünschtem Volumen der Rose, etwa 30 bis 50 Zentimeter lang und 5 Zentimeter breit. Den Schrägstreifen der Länge falten – rechte Seite außen. Die offene Schnittkante zusammenschlingen, darunter einmal einreihen, am Anfang und Ende den Reihstich zur Kante hin abrunden. Den Reihstich kräuseln und an der Schnittkante die Rose mit etwas Geschick fixieren. Das Rosenblatt, zwei Teile rechts auf rechts aufeinander legen, stecken und steppen, wenden und formen. In der Mitte des Blattes ein Falte legen und unterhalb der Rose annähen.

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TEXT
Veronika Schneider

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