Kultpuppe erobert Kinderzimmer

60 Jahre Barbie

4. Januar, 2019 - Kategorie: Aktuell, Puppenwelten
Kultpuppe erobert Kinderzimmer

Jeder kennt sie, fast jeder liebt sie. Aus den meisten Haushalten ist sie schon gar nicht mehr wegzudenken – die Barbie. Ob als Spielgefährte, nostalgische Erinnerung an alte Zeiten oder ansehnliche Freundin. Dieses Jahr wird die kultige Puppe 60 Jahre alt. Ein Grund, ihren Geburtstag zu feiern und einen Blick auf ihre lange Geschichte zu werfen.

Um die Geschichte der Barbie zu erklären, muss man zunächst in das Jahr 1945 zurückreisen. Die Firma Mattel wurde in diesem Jahr gegründet und stellte zuerst Bilderrahmen aus Holz her. Aus den übrig gebliebenen Holzresten wurden dann Puppenstubenmöbel für den Spielzeugbereich gefertigt. Auf diese Weise konnten die Holzreste der Bilderrahmen noch sinnvoll weiter verwertet werden. Das Sortiment wurde ständig erweitert und es entstanden immer wieder neue Spielzeugartikel. Ruth Handler, Mitgründerin der Firma Mattel, beherrschte die Vermarktungstechnik der Spielzeuge hervorragend. Als sie eines Tages beobachtete, wie ihre Tochter Barbara mit Papierankleidepuppen spielte, kam ihr die Idee, eine Puppe zu produzieren, die eine erwachsene Person darstellt. Sie wusste nur noch nicht wie. Doch dann entdeckte Ruth Handler 1958 auf einer Europa-Reise die „Bild Lilli“.

Geburtsstunde

„Bild Lilli“ wurde am 24. Juni 1952 als Zeichnung von Reinhard Beuthin in der Bild-Zeitung geboren. Sie war ein so großer Erfolg, dass man den Cartoon in eine Puppe umformte. 1955 wurde die Lilli-Puppe von Max Weißbrodt, der die Elastolin-Figuren bei der Firma O & M Hausser in Neustadt/Cob. modellierte, gefertigt. Lillis blondes Haar wurde mit einem schwarzen Haarband aus Lackmaterial zu einem Pferdeschwanz gebunden. Die Puppe trug schwarz modellierte Schuhe und Ohrringe und für die damalige Zeit sehr kesse Outfits. Angeboten wurde sie in einer Klarsichtröhre mit einer kleinen Bild-Zeitung und einem Ständer.

Weiterentwickelt wurde die Puppe, die ursprünglich ein Dekorationsartikel und nicht als Spielzeug konzipiert war, schließlich von Ruth Handler. Auf ihr Betreiben entstand eine Modepuppe für Kinder, die auch zum Spielen geeignet war – die Barbie war geboren. Ihr fest eingezogenes Kunsthaar war kämm- und waschbar, sie war bruchsicher und bekam eine umfangreiche Wechselgarderobe. Für jede Gelegenheit war etwas dabei und die Puppe so immer modisch gekleidet. 1959 wurde Barbie das erste Mal auf der „Toy Fair“ in Amerika vorgestellt. Sie schlug wie eine Bombe ein, die erste Auflage, von zirka 35.000 Stück, war gleich ausverkauft und Barbie entwickelte sich zur meistverkauften Puppe der Welt. Zuerst wurde die Barbiepuppe mit blonden und brünetten Haaren angeboten. Ab dem Jahr 1961 kamen dann weitere Haarfarben dazu.

Mode-Idol

Zuerst hatte Barbie einen steifen und massiven Körper, ab 1961 wurde dieser dann hohl. Da die Puppe nun leichter war, konnten die Kinder mit dieser Erneuerung besser spielen. Auch an der Hautfarbe der Barbie wurden Verbesserungen vorgenommen, die ersten drei Ausgaben waren nicht lichtecht, diese Puppen bekamen nach einiger Zeit eine ganz helle Hautfarbe. 1961 wurde eine weitere Frisur angeboten, die Bubble-Cut-Frisur. Sie glich einer toupierten Kurzhaarfrisur.

Barbie wurde in einem Badeanzug mit passenden Sandaletten, einem Ständer und einem kleinen Modekatalog verkauft. Die entsprechende Garderobe wurde extra angeboten. Abendgarderobe, Hochzeitskleider, Schlafanzüge, Freizeitgarderobe, Sportkleidung und natürlich auch Berufsbekleidung wurden in den Geschäften vertrieben. Anfang der 1960er-Jahre trug Barbie weite Röcke mit Petticoat, Jeans und Röhrenhosen.

Endlich Zweisamkeit

Da die Barbiepuppe ein so großer Erfolg wurde, erweiterte man 1961 das Programm und Barbie bekam ihren Freund Ken. Er hatte nicht-knickbare Kniegelenke und beflocktes Haar. Die Haarfarben waren Blond und Brünett und er hatte blaue Augen. Bekleidet war er mit einer rot-weißen Badejacke, einer roten Shorts und Korksandalen mit roten Riemen. Auch Ken sollte nicht zu kurz kommen und für ihn wurde ebenfalls eine entsprechende Garderobe für jede Gelegenheit in der jeweils angesagten Mode angeboten.

In die aufwändig verarbeiteten Outfits war jeweils ein entsprechendes Stoffetikett mit dem Schriftzug „Barbie“ oder „Ken“ eingenäht. Die Etiketten hatten eine weiße Farbe und der Schriftzug war Schwarz. Ein weiteres Merkmal zur Identifizierung der Kleidung waren kleine Metalldruckknöpfe und Miniaturreißverschlüsse, die ebenfalls aus Metall gearbeitet waren.

Diesen Artikel...
Kennen Sie schon?
Reise der Buchstaben
Puppen-Preisführer 2011