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	<title>PUPPEN &#38; Spielzeug &#187; Puppenwelten</title>
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	<description>Das Magazin für Puppenliebhaber und Sammler.</description>
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		<title>Heidemarie Doyés Kombinationsgabe - Der Mix macht&#039;s</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 14:13:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie sind auffallend, zuweilen provokant und fast schon verstörend. Aber vor allem eines: außergewöhnlich. Die Kugelgelenkpuppen (Ball Jointed Dolls), die Heidemarie Doyé aus Resin fertigt, verbinden Elemente verschiedenster Stilrichtungen. Das Ergebnis ist eine unverwechselbare Handschrift, die sowohl in den Puppen als auch in deren Kleidung...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sind auffallend, zuweilen provokant und fast schon verstörend. Aber vor allem eines: außergewöhnlich. Die Kugelgelenkpuppen (Ball Jointed Dolls), die Heidemarie Doyé aus Resin fertigt, verbinden Elemente verschiedenster Stilrichtungen. Das Ergebnis ist eine unverwechselbare Handschrift, die sowohl in den Puppen als auch in deren Kleidung sichtbar wird.<span id="more-8675"></span></p>
<p>Bevor sich Heidemarie Doyé ganz den modernen Kugelgelenkpuppen (Ball Jointed Dolls, BJDs) verschrieben hat, fertigte sie unbewegliche Objekte der Figurenkunst und Spielpuppen. Letztere vor allem für ihre Kinder. „Spielpuppen haben mich persönlich nie interessiert. Die Darstellung von Menschen hingegen schon“, erklärt die gelernte Maßschneiderin. Im Jahr 2003 war es dann soweit. Bei den Puppen-Festtagen in Eschwege stellte die Limbacher Künstlerin ihre aus dem Edelharz Resin gefertigten BJD-Kreationen erstmals der Öffentlichkeit vor.</p>
<p><strong>Zielführend</strong></p>
<p>Die vielen abwechslungsreichen Aspekte des Puppenmachens sind es, die Heidemarie Doyé faszinieren. „Das Handwerk beinhaltet ganz verschiedene Tätigkeiten und wird deshalb nie langweilig“, erklärt die Künstlerin. So ist etwa das Modellieren eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Anatomie des menschlichen Körpers. „Die Herstellung der einzelnen Gelenke meiner BJDs ist immer wieder eine große Herausforderung für mich.“ Der Formenbau wiederum ist ein eher technischer Aspekt, den sie persönlich ebenfalls sehr schätzt. „Nach dem Gießen und dem Schleifen der Resin-Körper mache ich mich an die Bemalung“, berichtet die Vize-Präsidentin des Verbands europäischer Puppenkünstler. „Dabei entstehen manchmal ganz verrückte Sachen.“ Und genauso ausgefallen geht es weiter. Denn die häufig extravaganten Outfits, die sie ihren Puppendamen auf den Leib schneidert, ist der Limbacherin ebenso wichtig wie die passenden Accessoires.</p>
<p>Ihr liebstes Motiv sind junge Frauen in schönen und ausgefallenen Kleidern. Diese setzt die Künstlerin geschickt in Miniaturgröße um. „Es ist die Mischung, die mich reizt. Ich verbinde Gothic- und Steampunk-Elemente sowie die Mode aus verschiedenen Jahrhunderten miteinander“, erläutert Heidemarie Doyé ihren Stil, in den sie auch moderne beziehungsweise Fantasy-Elemente einfließen lässt. Ein Erkennungsmerkmal ihrer Puppen ist – ganz Gothic – eine sehr helle, fast weiße Hautfarbe in Kombi­nation mit dunkler Kleidung.</p>
<p><strong>Stecken und Stab</strong></p>
<p>In Sachen Accessoires setzt sie momentan vor allem auf Stäbe aller Art. Dabei reicht die Bandbreite vom Spazierstock über den Zeremonienstab bis hin zum Zepter. „Vor allem jene Puppen, hinter denen eine Geschichte steht oder die aus einer ganz besonderen Idee heraus entstanden sind, verfügen dann auch über das entsprechende Zubehör“, erklärt die Künstlerin die durchdachte Konzeption ihrer Objekte.</p>
<p>Inspirieren lässt sich Heidemarie Doyé vornehmlich aus der Literatur oder bei ihren zahlreichen Galerie-Besuchen. Im Anschluss recherchiert sie ausgiebig, um sich in die darzustellende Thematik einzufinden. Erst dann beginnt sie mit der eigentlichen Arbeit an einem neuen Kunstwerk. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine vage Vorstellung vom späteren Ergebnis hat, entspricht diese selten der späteren BJD. Jede Puppe, die das Atelier der Künstlerin verlässt, ist ein Einzelstück. „Das war schon immer so. Die jeweilige Form ist auf höchstens zehn Exemplare limitiert. Das individuelle Kunstwerk bekommt dann seinen Unikatcharakter durch die verwendeten Accessoires. Eine Kollek­tion im klassischen Sinne gibt es daher nicht“, erläutert Heidemarie Doyé.</p>
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		<title>Puppen- und Bärenbörse in Rotterdam - Wechselstimmung</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 13:49:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Hafenstadt ist Rotterdam traditionell ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen. Daher ist die holländische Metropole ein hervorragender Schauplatz für eine Puppen- und Bärenbörse. Denn schließlich verbinden sich bei dem Event im Messezentrum Ahoy die unterschiedlichsten Kunstrichtungen zu einem harmonischen Gesamterlebnis.
Die Besucher der Puppen- und...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Hafenstadt ist Rotterdam traditionell ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen. Daher ist die holländische Metropole ein hervorragender Schauplatz für eine Puppen- und Bärenbörse. Denn schließlich verbinden sich bei dem Event im Messezentrum Ahoy die unterschiedlichsten Kunstrichtungen zu einem harmonischen Gesamterlebnis.<span id="more-8669"></span></p>
<p>Die Besucher der Puppen- und Bärenbörse in Rotterdam konnten nahezu alle Facetten der Puppenkunst erleben. Zahlreiche namhafte Künstler sowie einige der bedeutendsten Fachhändler aus ganz Europa zeigten im Messezentrum Ahoy ein breites Spektrum an Teddybären, Babypuppen, Accessoires sowie natürlich Antik- und Künstlerpuppen. </p>
<p><strong>International</strong></p>
<p>„Bei dieser Veranstaltung sind Künstler aus ganz Europa vertreten und stellen ein unglaublich facettenreiches Portfolio aus. Das begeistert natürlich auch die Besucher“, erklärt Organisatorin Suzan Wolters. „Wo sonst hat man schon einmal die Gelegenheit, niederländische Figurenkunst, britische Reborns, belgische Teddybären und deutsche Künstlerpuppen auf einer Veranstaltung zu erleben.“</p>
<p>Viele Messebesucher teilen die Begeisterung der Veranstalterin. Janine Wagenknecht aus Stuttgart verbindet die Messe in Rotterdam jedes Jahr mit einem Kurzurlaub. „Ich liebe die Niederlande und kann meine Leidenschaft für das Land mit der Begeisterung für Puppen kombinieren“, erklärt die Schwäbin. „Besonders gelungen finde ich die ausgefallene Figurenkunst, die im Fairy Fantasy Forum präsentiert wird.“ </p>
<p>Für die britische Künstlerin Mary Shortle, die neben Puppen auch hochwertige Teddybären fertigt, ist die Börse ein Highlight in ihrem ausgefüllten Messekalender. „Ich bin in jedem Jahr sehr viel unterwegs. Aber ich freue mich immer wieder ganz besonders, hierher zu kommen. Das Publikum ist vielseitig interessiert und zudem immer richtig gut gelaunt“, erklärt sie. Im kommenden Jahr wird Mary Shortle jedoch nach einer anderen Gelegenheit für einen Rotterdam-Besuch suchen müssen. Denn die landläufig als „Ahoy“ bekannte Veranstaltung zieht nach ’s-Hertogenbosch. Der Standortwechsel stößt bei Ausstellern und Besuchern jedoch auf ein überwiegend wohlwollendes Echo. „Ein Ortswechsel schadet dieser Veranstaltung nicht, sie ist einfach schon zu fest in der Szene etabliert“, vermutet Künstlerin Anke Wildner, die sich bereits auf das kommende Jahr freut.</p>
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		<title>Die Porträtpuppen von Gerlinde Bartelt-Stelzers - Geschichtsstunde</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 07:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Puppenwelten]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerlinde Bartelt-Stelzer liebt die Abwechslung. Die Bandbreite ihrer Exponate reicht von bedeutenden Persönlichkeiten der Geschichte über Kinderdarstellungen bis hin zu Moorleichen für das Naturhistorische Museum in Wien. Doch egal was ihr Atelier verlässt: die Kreationen sind in Kunst und Wissenschaft gleichermaßen hoch angesehen.
Am liebsten...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerlinde Bartelt-Stelzer liebt die Abwechslung. Die Bandbreite ihrer Exponate reicht von bedeutenden Persönlichkeiten der Geschichte über Kinderdarstellungen bis hin zu Moorleichen für das Naturhistorische Museum in Wien. Doch egal was ihr Atelier verlässt: die Kreationen sind in Kunst und Wissenschaft gleichermaßen hoch angesehen.<span id="more-8569"></span></p>
<p>Am liebsten fertigt die Österreicherin Porträts von Personen, die ihren Platz in den Geschichtsbüchern gefunden haben. Vor allem bedeutende Landsleute. Die Riege reicht dabei von Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, über den genialen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und Sigmund Freud – Begründer der Psychoanalyse – bis zum Unternehmensgründer Ferdinand Porsche. Damit ist das breite Spektrum jedoch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Und wenn sie bei der Wahl der Charaktere ihre Heimat verlässt, polarisiert die Künstlerin auch gerne. Ein namenloser chinesischer Gelehrter steht da neben solch fragwürdigen Zeitgenossen wie Saddam Hussein und einer Figur, die sie Osama genannt hat.</p>
<p><strong>Vielschichtig</strong></p>
<p>Ihr bevorzugter Werkstoff ist die Modelliermasse Cernit. Diese kommt vor allen Dingen bei der Gestaltung von ­Porträts zum Einsatz. Wenn es um Puppen­kinder und Märchenfiguren geht, schwört die Künstlerin hingegen auf das klassische Porzellan. Beim Formenbau wiederum setzt sie auf Gips und – für die großen Figuren – auf Polyester. Jedes Stück, das ihre Werkstatt verlässt, ist ein Unikat. „Alles andere ist mir zu langweilig“, gibt sie freimütig Auskunft. „Ich habe aber große Hochachtung vor den Kolleginnen, die sich der Herstellung von Serien widmen.“ Meistens arbeitet Bartelt-Stelzer auch an zwei oder drei Objekten gleichzeitig. „Man wird dann nicht so schnell betriebsblind, weil sich der Blickwinkel immer wieder verändert.“</p>
<p>Gerlinde Bartelt-Stelzer beschäftigt sich schon lange mit unterschiedlichen Formen des künstlerischen Ausdrucks. So leitete sie über 30 Jahre ein Team, mit dem sie Modenschauen veranstaltete. Während dieser Zeit lagen auch Choreographie, Musik, Bühnengestaltung und Moderation in ihrer Verantwortung. Das kreative Gestalten, die Malerei und ihre bildhauerischen Arbeiten sind Lebensinhalt der Künstlerin. Beruflich wie privat. Stets mit Leidenschaft und Enthusiasmus, ohne dabei die nötige Professionalität vermissen zu lassen. Gefragt sind ihre Arbeiten nicht nur bei privaten Sammlern oder Kunstgalerien, sondern auch von naturkundlichen Museen. Damit verfügt Gerlinde Bartelt-Stelzer über ein einzigartiges Portfolio. Denn welcher Künstler kann schon von sich behaupten, eine Nominierung für den Award of Excellence des amerikanischen Magazins „Dolls“ erhalten zu haben, während er gleichzeitig Moorleichen für Naturkundemuseen modelliert? </p>
<p><strong>Gemälde in 3D</strong></p>
<p>Für das Kunstprojekt Koryphäum modellierte sie von 1997 bis 2000 lebensgroße Figuren nach berühmten Gemälden. So entstand begehbare Kunst im dreidimensionalen Raum. Drei Jahre lang arbeitete sie an diesem ambitionierten Vorhaben und fertigte insgesamt 23 Szenen mit nicht weniger als 78 Figuren. Darunter waren die „Mona Lisa“ und „Das letzten Abendmahl“ von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürers „Selbstporträt“, Karl Spitzwegs „Der arme Poet“ und Paul Cézannes „Kartenspieler“. Die Präsentation, die zunächst auf Burg Forchtenstein im Burgenland und später im Haus der Kunst in Baden bei Wien zu sehen war, fand internationale Beachtung und ist ein absoluter Höhepunkt in der Karriere von Gerlinde Bartelt-Stelzer.</p>
<p>Einen weiteren persönlichen Meilenstein setzte sie im Jahr 2004, als ihr vom österreichischen Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil die Professorenwürde verliehen wurde. Zu dieser Zeit begann Gerlinde Bartelt-Stelzer auch ihre Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum in Wien. „Unter der Leitung von Professor Doktor Bernd Lötsch durfte ich einige der prägnan­testen Phänomene der Menschheitsgeschichte nachbilden“, schwärmt die Künstlerin. „Und zwar einerseits in ihrer wissenschaftlich belegbaren Original­größe und andererseits als kleine ­Figurinen in Porzellan.“</p>
<p><strong>Lehrreich</strong></p>
<p>Entstanden sind in diesem Zusammen­hang auch Ausstellungsstücke für die Schau „Venus von Willendorf“. Außerdem bildet die vielseitige Künstlerin Moorleichen wie den Tollund-Mann nach, der in den 1950er-Jahren in Dänemark entdeckt worden war. Im Jahr 2009 entwarf sie etliche Exponate für eine Sonderausstellung, die sich mit Werk und Forschung von Charles Darwin beschäftigte. „In dieser Zeit habe ich viel gelernt“, berichtet Gerlinde Bartelt-Stelzer. „Die Arbeit war interessant, aber auch eine große Herausforderung. Jede Besprechung war wie eine kleine Vorlesung.“</p>
<p>Neben den vielen Modellieraufträgen, die es zu erledigen gilt, gibt sie ihre Kenntnisse in Seminaren weiter. Es ist kein Zufall, dass diese Kurse gesellig klingende Titel wie „Malen in fröhlicher Runde“ tragen. „Gerne sitze ich mit meinen Schülern bei einem Glas Wein zusammen und wir diskutieren über Kunst und Malerei“, berichtet Gerlinde Bartelt Stelzer. „Das stille Hügelland meiner Heimat mit ihren herrlichen Weinbergen bildet dafür die perfekte Kulisse.“ Abende wie diese sind es, die zur inneren Zufriedenheit der Künstlerin beitragen – und so den fruchtbaren Nährboden für ihre vielschichtigen Exponate bilden.</p>
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		<title>Dolls in the City - Die Puppenkunst aus der Strychnin Galerie</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 15:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Strychnin Galerie wurde Ende der 1990er-Jahre von Yasha Young in New York gegründet. Dort findet man vornehmlich Werke junger Künstler, die ihren ganz eigenen, häufig surrealistischen, aber stets unkonventionellen Stil pflegen. Nach einer ersten Filiale in London gibt es nun auch eine Zweigstelle in...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Strychnin Galerie wurde Ende der 1990er-Jahre von Yasha Young in New York gegründet. Dort findet man vornehmlich Werke junger Künstler, die ihren ganz eigenen, häufig surrealistischen, aber stets unkonventionellen Stil pflegen. Nach einer ersten Filiale in London gibt es nun auch eine Zweigstelle in Berlin. Zur Eröffnung stand die Ausstellung „Valley of Dolls“ auf dem Programm.<span id="more-8565"></span></p>
<p>Die Stars dieser Schau waren junge Puppenkünstler, die mit ihrer spektakulären, zeitgenössischen Skulpturenkunst international Aufsehen erregt haben. Dennoch sind vielen Sammlern die Sujets von Virginie Ropars aus Frankreich, Marmite Sue aus Japan, Eric van Straaten aus den Niederlanden und den Zwillingsschwestern Elena und Ekaterina Popovy aus Russland noch fremd. Die präsentierten Figuren begeisterten Puppenfreunde sowie Kunstenthusiasten gleichermaßen. Für Aufsehen sorgten die Skulpturen von Eric van Straaten. Diese entstehen als Animationen am Computer und werden mit einem 3D-Drucker erstellt. In dieser Herstellungstechnik zeigt sich die Innovationsfähigkeit der Puppenszene. Kuratiert wurde diese außergewöhnliche Schau von der Gründerin der Strychnin Galerie, Yasha Young. Diese lebt seit zehn Jahren in New York und ist dort unter anderem als Modelscout und Kunstagentin tätig. Im Jahr 2008 wurde Young – als einzige Frau und jüngstes Mitglied – in den Kunstmessen-Beirat des Art.Fair 21 Auswahl-Komitees in Köln berufen.</p>
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		<title>Sweethearts - Kinderpuppen von Monika Gerdes</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 10:56:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Dies trifft in beeindruckender Weise auf die Kinder- und Babypuppen von Monika Gerdes zu. Die Künstlerin versteht es, ihre kleinen Kreationen mit Leben zu füllen und begeistert damit Puppenenthusiasten in aller Welt. Dabei begann ihre Karriere als Puppenkünstlerin...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Dies trifft in beeindruckender Weise auf die Kinder- und Babypuppen von Monika Gerdes zu. Die Künstlerin versteht es, ihre kleinen Kreationen mit Leben zu füllen und begeistert damit Puppenenthusiasten in aller Welt. Dabei begann ihre Karriere als Puppenkünstlerin erst im Jahr 2003. Seitdem ist sie fester Bestandteil der Szene.<span id="more-8536"></span></p>
<p>Auf Künstlerpuppen wurde die 57-jährige Monika Gerdes durch ihre Tochter aufmerksam. Ein Umstand, der in der Szene eher selten ist, denn meistens sind es die Töchter, die durch das Hobby der Mutter mit dem Anfertigen von Puppen in Berührung kommen.</p>
<p><strong>Inspirationsquellen</strong></p>
<p>„Ich war als Kind kreativ und fiel im Fach Kunst durch sehr gute Leistungen auf. In meinen jungen Jahren kam ich jedoch nicht dazu, dieses Talent auszubilden, denn ich wurde recht früh Mutter, hatte mit 23 Jahren bereits drei Kinder. Ich konzentrierte mich voll auf die liebevolle Erziehung meines Sohns und der beiden Töchter, umso mehr, da meine Ehe früh scheiterte und ich mehr als zwölf Jahre lang alleinerziehend war“, berichtet Monika Gerdes.<br />
Nachdem die Künstlerin ihren heutigen Mann kennengelernt hatte, lag zwar die Erziehungsverantwortung nicht mehr allein auf ihren Schultern, aber hinzu kam eine neue Verpflichtung: Ein eigenes Restaurant mit vielen Gästen und die Organisation von großen Feierlichkeiten ließen dem Ehepaar kaum noch freie Zeit. Die kreativen Hobbys von Monika Gerdes, wie das Stricken und die Seidenmalerei, gerieten ins Hintertreffen.</p>
<p>„Ich habe das aber niemals als wirklich schlimm empfunden, denn die Arbeit für das Restaurant machte uns großen Spaß. Wir liebten den Umgang mit unseren Gästen und vor allem das Aus­richten von opulenten Hochzeitsfeierlichkeiten über alles“, blickt Monika Gerdes zurück. Dem Ehepaar Gerdes fiel es darum ausgesprochen schwer, als es vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen den eigenen Betrieb aufgeben musste. Dies war kein leichter Schritt, doch sie fand Halt in der Familie „Ich bin mit sechs Geschwistern aufgewachsen und war schon immer ein absoluter Familienmensch – keine Frage, dass ich mich mit Begeisterung wieder mehr meinen Kindern und den mittlerweile fünf Enkelkindern widmete.“</p>
<p><strong>Neue Aufgaben</strong></p>
<p>Monika Gerdes erinnert sich stets gerne an den ersten Kontakt mit dem Thema Puppen: „Es passierte im Jahr 2003 während eines Besuchs bei meiner Tochter. Sie ist mir in vielen Dingen sehr ähnlich: praktisch veranlagt, gleichzeitig kreativ und voller ­Fantasie. Damals berichtete sie mir von ihrer neuesten Leidenschaft, dem Modellieren von Puppen. Erstaunt über die Lebensechtheit der kleinen Geschöpfe betrachtete ich ihre wirklich ausgezeichneten Werke. Damit war der Funke übergesprungen. Ich wusste sofort, dass ich keine Ruhe bekäme, bevor ich das nicht selbst einmal ausprobiert hätte.“ </p>
<p>Für diese Inspiration ist die Künstlerin ihrer Tochter noch heute mehr als dankbar. Aktiv ist diese übrigens ­augenblicklich eher als Mama denn als Puppenmutti: „Mit zwei lebhaften ­Töchtern im Alter von sieben und vier Jahren fehlen ihr Zeit und Muße zum Modellieren. Sie verfolgt aber meinen Werdegang sehr genau und zu gegebener Zeit wird sie das Puppenmachen sicher wieder aufnehmen.“</p>
<p><strong>Autodidaktin</strong></p>
<p>Doch zurück zu Monika Gerdes: Zunächst ­besorgte sich die frischgebackene Puppenfreundin Fachliteratur. Dazu gehörte auch die Zeitschrift DOLLAMI, das Vorläufer-Magazin von DOLLS Puppen, das seit einem Jahr mit PUPPEN &#038; ­Spielzeug vereint ist. Durch die Lektüre erfuhr sie, welches Zubehör und Werkzeug für eine Modelleurin notwendig sind und auf einer anschließenden Einkaufstour erstand sie Modelliermasse, Perücken, Augen, Stoffe und Füllmaterialien.</p>
<p>„Leider gab es damals für mich in Norddeutschland keine Möglichkeit, an einem Modellierkurs oder Workshop zum Thema teilzunehmen. Von jeher findet in diesem Bereich alles Einschlägige eher im Süden und Westen  des Landes statt, für mich viel zu weit entfernt. Also brachte ich mir – gezwungenermaßen – die Techniken selbst bei. Insofern war meine erste Puppe auch alles andere als schön, kein Vergleich mit meinen späteren Werken.“</p>
<p>Schnell wusste Monika Gerdes, wo sie ihren künstlerischen Schwerpunkt setzen wollte: „Mein Fokus richtete sich von Anfang an auf die Anatomie von Kindern und Babys. Weil ich keine Scheu hatte, meine Puppen öffentlich zu präsentieren, zeigte ich meine Schöpfungen schon zu meinen Anfangszeiten auf Kunsthandwerker­märkten und Hobbykünstlerausstellungen. Ich war sehr neugierig auf die Reaktion und die Meinung des Publikums.“</p>
<p><strong>Erfolgskurs</strong></p>
<p>Das Feedback fiel durchweg positiv aus und diese auf­­-bauenden Kommentare bestärkten die Autodidaktin, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen. Nach anerkennenden Berichten und Reportagen in der regionalen Presse bekam Monika Gerdes Kontakt zu interessierten Puppensammlern und seitdem ging es Schlag auf Schlag voran. Die ersten Aufträge gingen ein, die Künstlerin modellierte unter anderem auch Porträtpuppen nach eingereichten Fotografien ihrer Kunden. „Das war eine tolle Sache damals, aber um eine Puppe in ­Babygröße komplett fertigzustellen benötigte ich fast zwei Monate. Die ­Körper nähte ich zu dieser Zeit noch mit der Hand, teilweise auch die Kleidung für die ­Puppenkinder.“</p>
<p>Im November 2004 reiste Monika Gerdes erstmals zu den Eschweger Puppen-Festtagen, jedoch nicht als Ausstellerin, sondern als Besucherin. Im Gepäck hatte sie drei ihrer Puppen, die sie von dort anwesenden, namhaften Puppenkünstlerinnen begutachten lassen wollte. „Die Urteile fielen insgesamt sehr zufriedenstellend für mich aus. Außerdem bekam ich ein paar höchst wertvolle Tipps, die mir noch heute nützlich sind.“ </p>
<p><strong>Wegbereitender Kontakt</strong></p>
<p>Als auf der Veranstaltung in Eschwege der Kontakt zum Unternehmen Master Piece Dolls zustande kam, nahm ihre ­Karriere Fahrt auf. In den USA war man schlichtweg begeistert von ihren Werken, sodass es schnell zu einem Vertragsabschluss kam.</p>
<p>Ein halbes Jahr später strahlte der Shoppingkanal HSE24 eine Sendung aus, in der die erste Puppe von Monika Gerdes angeboten wurde. „So ging es in den folgenden fünf Jahren weiter. Während dieser Phase habe ich mehr als 75 Puppen in verschiedenen Größen und Ausstattungen in Produktion gehen lassen. Die kleinste Puppe war 27 Zentimeter, die größte 82 Zentimeter groß. Zweimal präsentierte ich meine Puppen als ‚Angebot des Tages‘ sogar live im Verkaufsfernsehen. Das war aufregend und spannend. An mein Lampenfieber vor den Live-Auftritten kann ich mich noch gut erinnern,“ erzählt Monika Gerdes mit einem Lächeln.</p>
<p>„Diese Zeit war bewegend und inspirierend. Das Puppenmachen hatte mich in seinen Bann gezogen. Als HSE24 seine Puppensendungen einstellte, war ich sicher, dass ich trotzdem bei dieser Handwerkskunst bleiben will. Eine Zukunft ohne Puppen konnte und kann ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen“, ist die unprätentiöse Künstlerin überzeugt. Unbestrittene Highlights waren für Monika Gerdes der Gewinn des DOTY Awards in den Jahren 2006 und 2010. </p>
<p><strong>Eigene Vinylserien</strong></p>
<p>Die Künstlerin entschied sich, wie viele ihrer Kolleginnen, eine eigene Varioserie mit Vinylpuppen zu produzieren und diese den Sammlern direkt anzubieten. Begonnen hat sie diese Etappe ihres Werdegangs mit drei verschiedenen Modellen, alle in der bei Sammlern besonders beliebten Größe von 52 Zentimeter. Die Limitierung der Puppen liegt bei jeweils 150 Exemplaren. „Dieses Verfahren hat etliche, nicht zu unterschätzende Vorteile“, freut sich die Fachfrau, „denn nun kommt alles aus einer Hand. Alle Modelle werden von mir persönlich fertiggestellt. Ich bemale sie, roote die Haare, setze Augen ein, befülle die Körper und montiere anschließend alles zusammen. Auch das Zertifikat erstelle ich selbst. Keine Arbeiten an der Puppe werden von mir in fremde Hände gegeben.“</p>
<p>Lediglich eine Ausnahme gibt es: Die Bekleidung der neuen Serienpuppen. Zum Teil lässt Monika Gerdes ihre Werke mit hochwertiger, handgefertigter Strickmode ausstatten. „Diese Kleidung stammt von einer wahren Strickkünstlerin, die exklusiv für mich tätig ist. Ihre Entwürfe sind traumhaft schön und werten die Puppen noch einmal enorm auf. Die kleinen Wesen werden so zu etwas Einmaligem und haben sich als echte Hingucker etabliert.“</p>
<p><strong>Zielbestimmung</strong></p>
<p>Gefragt nach ihren Zukunftsplänen, lässt sich die anerkannte Künstlerin entlocken, dass sie weiterhin Exemplare in Babygröße modellieren wird, denn damit konnte sie bisher ihre größten Erfolge erzielen. Ferner überlegt Monika Gerdes, kleinere Puppen in einer Größe von zirka 30 Zentimeter anzubieten. Also Modelle, die auch in einer Vitrine Platz finden können. Damit möchte sie dem Wunsch vieler Sammler entgegenkommen, die über Platzmangel klagen und sich daher kleinere Puppenkinder wünschen.</p>
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		<title>Verwehende Schatten aus Guatemala und Belize - Sorgenpüppchen aus Mittelamerika</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 10:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In präkolumbischer Zeit – also vor der spanischen Kolonisierung ab 1492 – war das heutige Guatemala Zentrum des großen Maya-Reichs. Heute ist beispielsweise die Tempelstadt Tikal mit ihren pyramidenförmigen Tempeln ein touristischer Anziehungspunkt.
Aus jener Zeit stammt die Sage vom Sonnengott K´in Ahau und der...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In präkolumbischer Zeit – also vor der spanischen Kolonisierung ab 1492 – war das heutige Guatemala Zentrum des großen Maya-Reichs. Heute ist beispielsweise die Tempelstadt Tikal mit ihren pyramidenförmigen Tempeln ein touristischer Anziehungspunkt.<span id="more-8410"></span></p>
<p>Aus jener Zeit stammt die Sage vom Sonnengott K´in Ahau und der Prinzessin Ixmucane. Diese soll vom Sonnengott dazu befähigt worden sein, den Menschen bei der Lösung ihrer Sorgen und Probleme zu helfen. Da sich Ixmucane vor Bittstellern kaum mehr retten konnte und sie Tag und Nacht um Rat gefragt wurde, gab sie diese Fähigkeit an sechs Vertraute weiter, die in ihrem Auftrag durchs Land zogen und den Sorgenbeladenen Erleichterung bringen sollten. </p>
<p><strong>Sorgennehmer</strong></p>
<p>So ist es heute noch Brauch, dass Kinder ein kleines Beutelchen oder eine Spanschachtel mit sechs knapp 3 Zentimeter großen Püppchen geschenkt bekommen. Diesen erzählt das Kind abends vor dem Schlafen seine Probleme, die den Tag über aufgetreten sind, und legt die Püppchen unter das Kopfkissen. Am nächsten Morgen – so der Wunsch – sollen die Sorgen und Nöte verschwunden sein, was ab und zu auch zutrifft.</p>
<p>Diese Puppenwinzlinge sind im Grunde auf die gleiche Weise gefertigt wie die größeren Souvenirpuppen: Ein Drahtgestell wird mit Stoff oder farbigem Garn umwickelt. So entsteht die Andeutung von Bluse und Rock, einer  Maya-Tracht, wie sie viele der Nachfahren dieses Volkes, insbesondere die Frauen, heute noch anfertigen und tragen. 55 Prozent der Bevölkerung gehören zu den indigenen Völkern, die auch heute noch zirka 20 verschiedene Dialekte gebrauchen, obwohl Spanisch die Landessprache ist. Unabhängig von der Stammeszugehörigkeit sind die Bestandteile einer Frauentracht eine Bluse, ein Rock, ein Gürtel, eine Schärpe oder ein Tragetuch sowie ein Haarband.</p>
<p>Das wichtigste Kleidungsstück ist die Bluse, der huipil. Denn sie ist zugleich ein Statussymbol und verdeutlicht die soziale Stellung innerhalb der Dorfgemeinschaft. Je nach Muster können Landeskundige erkennen, aus welcher Region die Trägerin des Kleidungsstücks stammt. Dass die Bluse den bedeutendsten Teil der Frauentracht darstellte, zeigt die zumindest vor Jahren noch übliche Bedingung für eine junge Frau kurz vor der Verheiratung: Sie musste in ihrer Aussteuer mindestens zehn sorgfältig aus Webstoff genähte Blusen vorweisen können.</p>
<p><strong>Tradition und Moderne</strong></p>
<p>Die Motive auf den Webstoffen können sowohl auf die präkolumbische Ära, als auch auf die Zeit nach der spanischen Eroberung zurückgehen. So ist zum Beispiel die Darstellung von Pferden oder Hühnern auf die Zeit nach 1500 zu datieren, da diese Tiere vorher bei den Maya nicht bekannt waren. Dagegen sind Vogel- und Schlangen-, Jaguar- und Affen- sowie Sonnen- und Mondmotive auf die Maya-Kultur zurückzuführen. Häufiger noch kommen geometrische Motive wie Dreiecke, Quadrate oder Zickzacklinien vor.</p>
<p>Leider ist über die Bedeutung dieser Motive in der Maya-Kultur fast nichts bekannt, da die Kolonisatoren diesbezüglich keine Nachforschungen anstellten oder festhielten, sondern das indigene Brauchtum geflissentlich übergingen, um mit aller Macht den christlichen Glauben durchzusetzen. Dennoch gibt es viele Beispiele die zeigen, dass manche Symbole europäisch-christlich oder gemäß der Maya-Kultur interpretiert werden können. Das Kreuz als Hauptsymbol des Christentums steht in der Maya-Kultur für die vier Windrichtungen beziehungsweise die vier Riesen (die Bacabs), die an den vier Enden der Welt den Himmel stützen sollen. Der doppelköpfige Adler – Symbol des Hauses Habsburg – war bei den Maya lange vor der Machtübernahme der Spanier ein häufig verwendetes Symbol.</p>
<p><strong>Geschlechterfrage</strong></p>
<p>Bis heute legen die Indio-Frauen großen Wert auf eine sorgfältig gestaltete Bluse. In ländlichen Regionen ist es noch üblich, dass die Bewohner die Stoffe für ihre Kleidung selber weben. Die Frauen verwenden hierzu bis heute den Hüftwebstuhl, der bereits in Abbildungen aus der Maya-Zeit nachgewiesen werden kann. Dieses Gerät wird mit einer Schnur an einer Mauer oder einem Baum befestigt, die Unterseite mit einem Gürtel an der Hüfte der Weberin. Die Männer dagegen bedienen den größeren Trittwebstuhl.</p>
<p>Das Ausgangsmaterial für den traditionellen Rock ist ein gemusterter Baumwollstoff, der um die Hüfte gewickelt wird. Ist dieser plissiert – also in Falten gelegt – so weist das auf spanischen Einfluss hin. Ein wichtiges Accessoire ist das Haarband. Mit diesem wird die Frisur zusammengehalten und zugleich ein Korb oder eine Schachtel befestigt. Diese Tragegefäße – so hat man den Eindruck – sind praktisch zugleich eine auffallende Kopfbedeckung.</p>
<p>Die Männertracht besteht aus einer langen Hose und einem meist karierten Hemd. Abgerundet wird die Tracht durch eine Art ärmellosen Poncho, den ein rosa Stoffstreifen zusammenhält, sodass er am Körper anliegt. Je nach Witterung trägt man darüber eine kurze, langärmelige Jacke. Ein Strohhut dient als Kopfbedeckung. </p>
<p><strong>Grenzübergreifend</strong></p>
<p>Zum Maya-Reich, das seine Blütezeit im 8. Jahrhundert nach Christus hatte, gehörte auch der heutige Staat Belize – ehemals Britisch Honduras – nordwestlich von Guatemala gelegen. Obwohl Mexiko und Guatemala Ansprüche auf dieses Land erhoben, erlangte es 1981 die Unabhängigkeit und gehört seitdem als selbständiges Land zum britischen Commonwealth.</p>
<p>Wie die Puppen aus diesem Land zeigen, besteht die Frauentracht ebenfalls aus Rock und Bluse. Allerdings wird dort kein so großer Wert auf die Gestaltung der Blusen gelegt. Sie sind im Vergleich zu den guatemaltekischen huipils einfacher gestaltet. Offenbar herrscht hier ein weniger ausgeprägter modischer Wettbewerb als zwischen den verschiedenen Ortschaften Guatemalas, die von den Nachkommen unterschiedlicher Maya-Stämme bewohnt sind. Denn in Belize ist der Anteil der indigenen Bevölkerung mit weniger als einem Drittel viel geringer als im Nachbarland.</p>
<p>Interessant ist die Tatsache, dass Spuren der einstigen Hochkultur der Maya in den Stoffmustern weiterleben und so auch an den Puppen sichtbar sind, wenn auch die Bedeutung mancher Zeichen und Symbole verlorengegangen ist.</p>
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		<title>Monika Peter-Leichts Puppenkinder - Freude am Schönen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 10:51:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ausdrucksstark, realitätsnah und mit viel Liebe zum Detail gefertigt – das zeichnet die Schöpfungen von Monika Peter-Leicht aus. Die in Kassel lebende Künstlerin investiert viel Zeit in jede ihrer Kreationen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich schnell eine große Fangemeinde gebildet hat, die jedes...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausdrucksstark, realitätsnah und mit viel Liebe zum Detail gefertigt – das zeichnet die Schöpfungen von Monika Peter-Leicht aus. Die in Kassel lebende Künstlerin investiert viel Zeit in jede ihrer Kreationen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich schnell eine große Fangemeinde gebildet hat, die jedes Jahr der neuen Kollektion entgegenfiebert.<span id="more-8052"></span></p>
<p>Die aktuellen Peter-Leicht-Puppen zeichnen sich durch eine hohe Beweglichkeit aus. Diese wird durch Gelenke in Armen, Händen und Beinen erreicht. So lassen sie sich sitzend, stehend und in vielen anderen Positionen drapieren. Alle Puppen verfügen über Kristallglasaugen aus Lauscha, Echthaarperücken sowie auf­wändige Bemalungen. </p>
<p><strong>Inspirationen</strong></p>
<p>Monika Peter-Leicht besuchte 1998 erstmalig einen Kurs. Dieser hatte die Reproduktion antiker Puppen zum Thema. Seitdem beschäftigte sie sich mit den Handwerkstechniken des Puppenmachens. Im Jahr 2000 wurde sie auf einem Wettbewerb der Global Doll Society mit dem Newcomer- sowie die Publikumspreis für ihre erste selbstmodellierte Kreation ausgezeichnet. „Ich konnte nicht aufhören, immer wieder neue Geschöpfe zu modellieren und mit der Zeit sahen meine Puppenkinder echten Kindern und Babys immer ähnlicher“, erzählt Monika. Bald kamen mehr und mehr Anfragen von Sammlern, die ihre kleinen Geschöpfe kaufen wollten. </p>
<p>Auf verschiedenen Künstlerpuppenausstellungen im In- und Ausland gewann Monika Peter-Leicht zahlreiche begehrte Preise. In diesem Jahr erhielt sie auf der IDEX in Orlando, Florida zwei DOTY Awards für die Braut Kathryn und Prinzessin Halima. Als Inspirationsquelle dienen ihr, neben den eigenen Enkeln, Kinder aus der Nachbarschaft. „Wenn möglich, halte ich die verschiedensten Eindrücke mit meiner Kamera fest, um dann – wenn ich wieder zu Hause bin – ein neues Puppenkind zu kreieren.“ </p>
<p><strong>Schaffensphase</strong></p>
<p>Der Entstehungsprozess der Peter-Leicht-Puppen läuft immer gleich ab. Zunächst modelliert die Künstlerin alle Teile aus Ton und stellt die Puppe nach dem Formenbau aus Porzellan her. Nach diesem Original werden dann die Formen für die Vinylpuppen angefertigt.</p>
<p>Vinyl eignet sich als Material ausgezeichnet, da es sehr realistisch aussieht und sich gut bemalen lässt. Silikonvinyl fühlt sich zudem auch noch so ähnlich an wie zarte Kinderhaut. Des Weiteren ist der Werkstoff sehr robust. Ein Umstand, den die Sammler sehr schätzen. „Sie lieben es, die Puppen umzukleiden, sie immer wieder neu in Szene zu setzen“, so Monika Peter-Leicht. Daher rührt auch ihr Motto: „Mit Puppen leben“. Die Idee hierfür kam ihr durch die Anfangsbuchstaben ihres Namens. So waren ihre Kreationen bald überall unter dem Namen MPL-Puppen bekannt.</p>
<p>Auf Accessoires verzichtet sie weitestgehend, da jedes Puppen­kind für sich spricht. Allein Ausstrahlung und Persönlichkeit sollen Sammler berühren und erfreuen. Dafür bekommt sie viele positive Rückmeldungen von ihren Fans, die bekunden, dass die Puppenkinder dazu beitragen, den oft stressigen Alltag für einige Zeit zu vergessen.</p>
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		<title>Kunst der Popovy-Zwillinge - Modische Zeitreisen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 10:25:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Puppenwelten]]></category>

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		<description><![CDATA[Elena und Ekaterina Popovy gehören einer neuen Generation von Puppenkünstlern an. Sie eifern bewusst nicht berühmten Vorbildern nach, sondern gehen zielstrebig ihren eigenen Weg. Auch wenn sie erst seit 2004 zu den Kunstschaffenden gehören, sind sie inzwischen in der Szene angekommen.
„Die beiden Künstlerinnen haben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Elena und Ekaterina Popovy gehören einer neuen Generation von Puppenkünstlern an. Sie eifern bewusst nicht berühmten Vorbildern nach, sondern gehen zielstrebig ihren eigenen Weg. Auch wenn sie erst seit 2004 zu den Kunstschaffenden gehören, sind sie inzwischen in der Szene angekommen.<span id="more-8044"></span></p>
<p>„Die beiden Künstlerinnen haben innerhalb kürzester Zeit ein sehr hohes professionelles Niveau erreicht. Das ist auf ihre profunde künstlerische Ausbildung und den Mut zur Selbstkritik zurückzuführen“, äußert sich Künstlerkollegin Marlaine Verhelst lobend über die jungen Russinnen. </p>
<p><strong>Werdegang</strong></p>
<p>Die in der russischen Stadt Perm geborenen und aufgewachsenen Zwillinge graduierten an der Ural Staatsakademie für Architektur und Bildende Künste in Jekaterinburg im Fach Modezeichnen. Anfangs fertigten sie Porträtpuppen. Ihre Motive waren unter anderem Johnny Depp als Captain Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“, Marilyn Monroe oder die Vertreterin des New Burlesque, Dita von Teese. Inzwischen verschmelzen sie in ihren Kreationen ihre Passion für Doll Art und Modedesign. </p>
<p>Die Kunstwerke sind oft getragen von einer träumerischen Nostalgie. Die voluminösen, üppigen Kostüme bestechen durch eine schöne Farbgebung und den Wesen selbst haftet nicht selten ein lyrisches Pathos an. Oft lassen ihre Schöpferinnen sie in einer höchst stilisierten, artifiziellen Pose erstarren – mit ernstem, unverhohlenem oder entrücktem Blick.</p>
<p><strong>Szenographische Geschöpfe </strong></p>
<p>Elena und Ekaterina streben danach, mit ihren grazilen Kreaturen Gesamtkunstwerke zu schaffen, die Geschichten erzählen. Hierzu bedienen sie sich geschickt unterschiedlicher gestalterischer Mittel. Sie verknüpfen Form, Farbe, Licht und sogar Musik miteinander, um aus unterschiedlichen Dimensionen ein ausdrucksstarkes Ganzes zu schaffen. </p>
<p>Das ist es, was ihre Werke einzigartig macht. Die phantasiereichen, thematischen und konzeptionellen Kunstprojekte führen den Betrachtern die Eleganz eines bestimmten Zeitgeists, den steten Wandel der Mode sowie der Schönheitsideale vor Augen. So balancieren die Popvys beinahe tänzerisch auf einer feinen Linie, irgendwo zwischen figurativer und dekorativer Kunst. </p>
<p><strong>Scharfsichtige Jägerinnen</strong></p>
<p>Da Ideen meist spontan kommen, aber auch schnell wieder vergehen, sind Elena und Ekaterina darauf angewiesen, ihre Inspirationen schnell auf Papier zu bannen. „Da kommt es schon mal vor, dass wir uns um den Bleistift kabbeln“, verrät Elena. Die Zwillinge sind experimentierfreudig. Während ihre ersten Puppen aus den im Ofen aushärtenden Modelliermassen Polymerclay, Fimo und Paperclay gefertig waren, loteten sie später mit Begeisterung die verschiedenen Möglichkeiten anderer Materialien und Techniken aus. So verwendeten sie unter anderem Porzellan und lufttrocknende Substanzen wie Efaplast und La Doll. „Für jede neue Serie wählen wir eine auf sie maßgeschneiderte Technik. Schon oft entschieden wir uns für japanischen Paperclay, den wir über einen Stahlrahmen modellierten“, so Elena. </p>
<p>Vor und nach dem Bemalen werden die Puppen mit Sandpapier geschmirgelt. Für die Bemalung der Körper kommen meist Acrylfarben und ein spezielles Fixiermittel zum Einsatz. Die Gesichter bemalen Elena und Ekaterina immer mit Ölfarben. Anschließend werden noch Augen und Lippen lackiert, damit sie feucht schimmern oder glitzern. </p>
<p><strong>Thematische Projekte</strong></p>
<p>Für das, von afrikanischer Kunst inspirierte Projekt SKIN, zu dem auch die Skulptur „Der Jäger“ gehört, nutzten die Schwestern Sand von den Kap-Verde-Inseln und Federn exotischer Vögel, um charakteristische Merkmale zu betonen. Andere Techniken fanden bei den Puppen der Serie CULT Anwendung. Inspirationsquelle<br />
für dieses Projekt war die Kunst im alten Ägypten. Auf die Ge­sichter der Skulpturen wurden neben Schminke auch Textur­elemente aus Blattgold aufgetragen. Die Körper versahen die Popovys mit Faksimiledrucken von Papyrusfragmenten, die an Tätowierungen erinnern. </p>
<p>Ganz besonders aufregend war es für Elena und Ekaterina, an den ersten Puppen der Serie MOON zu arbeiten. „Über einen langen Zeitraum hinweg haben wir experimentiert. Immer wieder stellten wir die Puppen fort, holten sie hervor und bemalten sie. Wieder und wieder. Wir hörten erst auf, als sich das Gefühl einstellte, dass uns ein besonderer Ausdruck gelungen war.“ </p>
<p>Für jede neue Serie sammeln die Zwillinge themenbezogene Materialien wie Naturseide, antike Spitze, Seidenbänder, Reis­papier, Papyrus oder Leder. Zudem entwickeln sie für Kostüme sowie Accessoires jedes Mal neue Texturen und Farbnuancen. Da Elena und Ekaterina ständig auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen sind, entdecken sie immer wieder neue Arbeitstechniken für sich. </p>
<p>Die Accessoires und Elemente für die unterschiedlichen Kostüme bestehen mal aus den Knochen kleiner Vögel, Federn, Muscheln, Holzperlen oder Blattgold. Die Perücken werden aus Lama- oder Yakhaaren gefertigt. Manchmal werden Elena und Ekaterina selbst zu Jägern, Sammlern, Reisenden, Anthropologen oder Historikern, wenn es gilt einer neue Serie, einem exotischen Projekt Atmosphäre, Authentizität und Aura zu verleihen. Damit der Funke auf den Betrachter überspringt und der Dialog beginnt. </p>
<p><strong>Zusammenspiel</strong></p>
<p>Elena und Ekaterina arbeiten gut zusammen. Sie inspirieren einander gegenseitig und entwickeln gemeinsam Ideen. Da während des Schöpfungsvorgangs beide abwechselnd an den unterschiedlichen Sujets arbeiten, verschmelzen ihre Techniken miteinander. Daher ist es später kaum mehr möglich, zu bestimmen, wer welches Detail erarbeitet hat. </p>
<p>„Jede Puppe, die unter unseren Händen entsteht, hat uns Glück und Überraschungen gebracht“, sagt Ekaterina. Die Schwestern stellen sich nicht unter Zeitdruck, sondern arbeiten so lange an ihren Geschöpfen, bis diese genau das ausstrahlen, was ihnen vorschwebt. So verwundert es nicht, dass beiden alle Puppen gleich lieb und teuer sind. Jede hat ihre eigene Geschichte zu erzählen – wie die Puppe Sirin. </p>
<p>Für sie war eigentlich ein ganz anderer Charakter geplant. „Als der Körper geformt wurde, erkannten wir auf ihrem Rücken zwei Protrusionen, so, als wollten aus ihnen Flügel wachsen. Diese Vorwölbungen wurden entfernt und der Puppe wurde eine andere Ausstrahlung verliehen. „Während wir ihr Gesicht bemalten, erkannten wir, dass zu diesen wundervollen Augen sehr wohl Flügel gehören, aber keine gewöhnlichen, sondern solche, die vor Farben schillern.“</p>
<p><strong>Anerkannt</strong></p>
<p>Die Puppen der Popovy-Zwillinge haben weltweit viele Bewunderer. Die größte Anerkennung wird ihnen allerdings von Künstlern und Modedesignern gezollt. &#8220;Die meisten Leute verstehen unsere Kunst und die lange Gedankenkette, die einer Puppe vorausgeht. Und wenn jeder Betrachter etwas in ihr sieht, was ihn berührt oder subtile Schönheit darin entdeckt, die uns selbst entging, dann sind wir überglücklich.&#8221;</p>
<p>Eva Masthoff</p>
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		<title>VeP-Informationen zum Puppensammeln - Künstler und Sammler</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 09:53:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Schutz für die Mitglieder, aber auch zum Schutz aller Interessenten und Sammler von Künstlerpuppen hat sich der Verband europäischer Pupenkünstler im Jahre 2010 eine überarbeitete Satzung und auch einen allgemein gültigen Ehrenkodex erteilt. Welche Neuerungen sich ergeben haben, ist im Folgenden nachzulesen.
„Der Verband...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Schutz für die Mitglieder, aber auch zum Schutz aller Interessenten und Sammler von Künstlerpuppen hat sich der Verband europäischer Pupenkünstler im Jahre 2010 eine überarbeitete Satzung und auch einen allgemein gültigen Ehrenkodex erteilt. Welche Neuerungen sich ergeben haben, ist im Folgenden nachzulesen.<span id="more-8037"></span></p>
<p>„Der Verband europäischer Puppenkünstler e. V. (VeP) ist ein Verein, der sich aus einer Gruppe von Künstlern und Fördermitgliedern zusammensetzt und sich der Ehrlichkeit, Ethik, Moral und dem Anstand untereinander und gegenüber den Interessenten der Puppenkunst verpflichtet sieht. Wir sehen es als Verstoß gegen die Ehrlichkeit, Ethik, Moral und dem Anstand untereinander an, die Arbeiten anderer ohne deren Einwilligung nachzuahmen oder historische Arbeiten als Vorlage zu benutzen und als eigene Entwicklung auszugeben. Wer gegen den Codex handelt wird mit sofortiger Wirkung aus dem Verein ausgeschlossen.“ (Auszug aus dem Ehrenkodex 2010 des Verbands europäischer Puppenkünstler)</p>
<p><strong>Definition „Künstlerpuppe“</strong></p>
<p>Der VeP erhält immer wieder Anfragen von Sammlern, in denen es um die Bedeutung und die Definition des Begriffs „Künstlerpuppe“ geht. Der Begriff ist dem Gesetz entsprechend nicht geschützt. Für den VeP ist eine Künstlerpuppe eine künstlerische Arbeit, die von einem Künstler nach eigener Fantasie und Kreativität ohne Hilfe anderer und ohne Hilfe industrieller Werkzeuge hergestellt wurde.</p>
<p>Leider haben unseres Erachtens in den vergangenen Jahren etliche Hersteller von Puppen den Begriff Künstlerpuppe für ihre Zwecke missbraucht und damit die Glaubwürdigkeit für die Sammler tief erschüttert. Diese Unklarheiten und Unsicherheiten haben in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass vermehrt Sammler und Interessenten die Szene verlassen haben. Auf folgende Details sollten Sie beim Erwerb einer Puppe achten: Entscheidende Merkmale sind die Höhe der weltweiten Limitierung, die Verwendung der Materialien, die absolut reine Handarbeit bei der Herstellung sowie die Kreativität und Originalität des Objekts.</p>
<p>Wichtig sind weiterhin die Erkennbarkeit dieser Merkmale und die nachvollziehbare Ehrlichkeit der Künstler. Der VeP und seine Künstler stellen sich der Aufgabe, diese ethischen Grundsätze zu vermitteln und selbst einzuhalten. Nur wer als Künstler hinter diesen Wertvorstellungen steht, kann Mitglied des VeP sein.</p>
<p><strong>Puppen-Festival in Neustadt</strong></p>
<p>Eine Verkaufsausstellung des VeP findet wie jedes Jahr während des Neustadter Puppenfestivals statt. In der Thüringisch-Fränkischen Begegnungsstätte zeigen VeP-Künstler vom 02. bis 04. Juni 2011 jeweils von 10 bis 18 Uhr (Samstag, 04. Juni, nur bis 17 Uhr) ihre neuesten Arbeiten, die speziell für diese Werkschau ausgewählt wurden. Einige Künstler stellen ausschließlich bei dieser Präsentation aus, insofern bietet sich hier für Sammler eine einmalige Gelegenheit zum Erwerb von Unikaten und Raritäten.</p>
<p>Da die ausgewählten Exponate für den Max-Oscar-Arnold-Preis der Stadt Neustadt am Mittwoch 01. Juni 2011 ab 20 Uhr ebenfalls in der Thüringisch-Fränkischen Begegnungsstätte gezeigt werden, haben die Besucher in diesem Rahmen die Möglichkeit einer Preview, einer exklusiven Vorbesichtigung der VeP-Schau.</p>
<p><strong>Raum für Fantasie – Tatjana Raum</strong></p>
<p>Premiere hatte die junge Puppenkünstlerin bei der VeP-Jahresausstellung im letzten Jahr. Von Ausstellungsleiterin Heidemarie Doyé als Gast eingeladen, war Tatjana Raum zunächst ein wenig unsicher. „Bin ich hier eigentlich richtig?“ fragte sie uns, „meine Geschöpfe sehen doch völlig anders aus als die Puppen hier!“</p>
<p>„Aber gerade das ist es ja, was der VeP möchte“, konnten wir die talentierte Puppenmacherin beruhigen. Große Kreativität und eine Fantasie, mit der die aus dem Kopf sprudelnden Ideen in die selbsthergestellten Exemplare einfließen, das ist für uns ­wichtig. Nirgendwo steht geschrieben, dass Puppen ein bestimmtes Aussehen haben müssen. Sie sollen den Betrachter zum Erstaunen bringen, zum Nachdenken, zur Erheiterung, sie sollen Erinnerungen wecken, Emotionen auslösen. Die Arbeiten der sympathischen Puppenkünstlerin haben das Potenzial dazu. Was man sieht, ist eine schöpferische Naturverbundenheit, ihre Objekte erinnern stark an J. R. R. Tolkien-Figuren (Herr der Ringe), lassen aber auch andere Interpretationen zu.</p>
<p>Man erkennt, dass Tatjana Raum großen Wert darauf legt, die Verschiedenheit im Ausdruck von Gesichtern zu zeigen. Ihre kleinen, fragilen Geschöpfe sind auf ideenreiche Weise mit Accessoires aus der Natur wie Wurzeln, Rinden und anderen verwunschen wirkenden Gegenständen versehen. Ein großes Karussell der Gefühle, das durch diese Puppen auf den Betrachter einwirkt. Damit ist diese innovative Künstlerin absolut richtig im VeP und ihre Werke sind eine wunderbare Bereicherung des Verbandsportfolios.</p>
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		<item>
		<title>Die Kunst der Akira Blount - Vorwärts in die Vergangenheit</title>
		<link>http://puppen-und-spielzeug.de/aktuell/die-kunst-der-akira-blount/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 09:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Puppenwelten]]></category>

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		<description><![CDATA[Akira und Larry Blount leben seit 1979 im tiefen Süden der USA. Heim und Atelier befinden sich in Bybee, Tennessee, inmitten von 80 Morgen Land am Fuße der Smoky Mountains. Während ausgiebiger Spaziergänge mit ihren Papillon-Hunden (Akira: „Sie erinnern mich an kleine Menschen in fusseligen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Akira und Larry Blount leben seit 1979 im tiefen Süden der USA. Heim und Atelier befinden sich in Bybee, Tennessee, inmitten von 80 Morgen Land am Fuße der Smoky Mountains. Während ausgiebiger Spaziergänge mit ihren Papillon-Hunden (Akira: „Sie erinnern mich an kleine Menschen in fusseligen Pyjamas.“) holt sich das Künstlerpaar immer neue Inspirationen aus dem Füllhorn der Natur und zaubert daraus taktiles Vergnügen pur.<span id="more-8024"></span></p>
<p>„Ich ging in den Wald, zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war“ (aus „Club der toten Dichter“), hat sich Akira Blount auf die Fahne geschrieben. „Auch wenn ich einigen Aspekten meiner früheren Arbeiten treu bleiben werde, so habe ich doch vor kurzer Zeit neue Wege eingeschlagen, eine Reihe neue Materialien exploriert.“ Um eine neue Richtung zu finden, habe sie eine Zeitlang Tiere angefertigt, erklärt sie. Sie wollte sich ganz bewusst von traditionellen Puppenkopfformen abwenden. „Indem ich mich eine Weile mit etwas ganz anderem beschäftigte, konnte ich mit neuem Elan zum Thema Puppen zurückkehren. Wenn man über lange Zeit in einem bestimmten Stil arbeitet, sehen sich die Arbeiten irgendwann immer ähnlicher und verlieren an Frische, an Witz.“</p>
<p><strong>Werkstoff Papier</strong></p>
<p>Da kam ihr die zündende Idee, diesen Hexenkreis zu durchbrechen und zwar mit handgeschöpftem Flachspapier an Stelle von Gaze. Das für sie ungewohnte Material gibt ihren Arbeiten neue Akzente und dient gleichzeitig als Inspirationsquelle. Mit anderen Worten: Akira geht vorwärts in die Vergangenheit! Schließlich kann der Werkstoff Papier auf eine 2.000-jährige Geschichte zurückblicken. „Und noch immer ist Papier ein faszinierendes Medium, eine Einladung, meiner Fantasie und meinem handwerklichen Geschick keine Grenzen zu setzen. Es ist beweglich, leicht und stabil zugleich, formbar und äußerst variabel“, erklärt Akira. </p>
<p>Leider gibt es davon momentan nur dieses eine Beispiel, weil sie auf Nachschub an „Haut“ wartet. Das Papier wird nach ihren eigenen, ganz speziellen Spezifikationen in Liberty, Tennessee, von Claudia Lee, einer Meisterin ihres Fachs, handgeschöpft. Akira ist sehr zufrieden mit der neu konzipierten Kopfform und dem ebenfalls aus Stoff gefertigten Puppenkörper. Die Kopfform ist jetzt breiter und größer, die Haut frappierend lebendig. Das Gesicht wird mit einem hauchdünnen Überzug aus ­handgeschöpftem Flachspapier versehen, das mit Hilfe von Methylzellulose befestigt wird und welches Haut perfekt simuliert. Haut ist nun mal nicht eintönig. Sie ist reich an Nuancen, und diese kann sie mit Hilfe von Flachspapier variieren. „Ich kann sogar Wachs einsetzen, was bisher bei den mit Stoff überzogenen Gesichtern nicht möglich war“, freut sie sich. Wachs verleiht der Papierhaut ein wunderschönes Leuchten. Gesichtszüge und Backenknochen werden anschließend mit Buntstiften herausgearbeitet und betont, viel subtiler als auf der früheren Stoffhaut.</p>
<p>Das neue Material hat dazu geführt, dass sie auch die Gestalt der Puppen neu konzipiert, sich für andere Farben und Stoffe entschieden hat. Sie will auch weiterhin innovative Konzepte, Stoffe und Materialien explorieren, bis sie genau die Richtung gefunden hat, die ihr momentan noch schemenhaft vorschwebt. Gern garniert sie die aufwändigen Kostüme mit Perlen, allerlei Spitze oder Federn, mit allerlei Quilting und Stickereien, um Akzente zu setzen. „Jeder Stoff“, schwärmt Akira, „hat eine andere Wirkung, reagiert unterschiedlich. Manchmal fließen neue Ideen sehr schnell, ein anderes Mal mit zäher Langsamkeit. Schließlich beschäftige ich mich schon seit 40 Jahren mit traditionellen Puppenformen.“ Sie hat tausende Puppen gemacht, was bedeutet, dass sie bereits unendlich viele Ideen ausgelotet hat. „Gerade deshalb ist es so wichtig, dass man seine „Frische“, nicht verliert, betont sie.</p>
<p><strong>Baumeister Natur</strong></p>
<p>Was die Puppen in der virtuellen Galerie ihrer Homepage aus dem Jahr 2009 betrifft, so ist sie am meisten von den frei- oder auf einem Podest stehenden Arbeiten angetan. „Mir gefallen diese viel besser als die Wandobjekte, die bei vielen Fans noch große Resonanz finden.“ Die Puppe aus dem Jahr 2010, die sie selbst als sehr gelungen empfindet, ist „Equanimity“, was gleichbedeutend mit Gleichmut ist. Das zirka 70 Zentimeter große Kunstobjekt ist eine gelungene Fusion aus gewebten und gefilzten Stoffen, teilweise auch aus Leder. Der gewebte Rock spiegelt die Farbpalette des Herbstes wider. Auf der Hand sitzt ein kleiner Vogel aus lufttrocknender Modelliermasse. </p>
<p>Sie hat inzwischen damit begonnen, Arme und Beine ihrer expressiven, narrativen Figuren durch Äste oder Zweige zu ersetzen. Dies kommt ihrer künstlerischen Absicht entgegen. Die Kraft und Schönheit der Natur hat sie von jeher verhext. Akira, im perfekten Zusammenspiel mit Ehemann Larry, liebt es, dem Geist der Natur menschliche Gestalt zu geben, sozusagen als Abglanz ihrer spielerisch kreativen Energie. </p>
<p>Wenn Akiras Liebe zu Stoffen und Werkstoffen aus der Natur und Larrys Vorliebe mit Holz zu arbeiten, zusammenkommen, dann entstehen Kreaturen mit Röcken und Hüten aus gedrechseltem Holz, die verdeutlichen, wie weit sich das Paar von der Puppe im traditionellen Sinn entfernt hat. Niemand arbeitet so schön wie Baumeister Natur. Er liefert viele der „Bausteine“ für Akiras figürliche Kunstobjekte. Aus Weinranken, Hanfgarn oder Reisig wird eine zottelige Haarpracht. Es entstehen Hemden aus Borke. Aus indischem Natrajholz, das seine skurrilen Formen einem Pilzbefall verdankt, wachsen die prächtigen Schwanzfedern eines Hahns, während Tannenzapfen Gefieder simulieren. Ob sie ein Material mit Lack schützt oder nicht, das hängt ganz von seiner „Natur“ ab. Manchmal trägt sie klaren Lack auf, um die organischen Farben zu intensivieren. </p>
<p><strong>„Lehr-Meisterin“</strong></p>
<p>Manchmal erhält sie Besuch von ihrer Freundin Carrie Looning, einer Korbflechtmeisterin. Von ihr bekommt sie wertvolle Tipps. Akira hat nämlich eine Vorliebe für organische Körbe zur Bereicherung ihrer Kompositionen. „Die Zutaten – frisches Rebenholz – für meine Korbwaren lassen sich am besten direkt nach dem Pflücken oder Sammeln verarbeiten. Man braucht beim Korbflechten ein gutes Augenmaß, Fingerspitzengefühl und Sinn für Formgebung“, erklärt Akira. Auch wenn sie selbst unregelmäßiges Flechtwerk, das rau aussieht und sich auch so anfühlt, bevorzugt, so hegt sie doch höchste Bewunderung für Carries exquisite Arbeiten aus gefärbtem Schilfrohr, die sehr raffiniert, glatt und ebenmäßig sind sowie durch eine nahezu architektonische Gestaltung des Flechtwerks bestechen.</p>
<p>Die Nähe zur Natur, die man in Akiras Kunst spürt, hat auch etwas mit ihren grünen Daumen zu tun. Gern arbeitet sie in ihrem Gemüsebeet oder beschäftigt sich mit dem Bau des Hühnerhauses. Aus dem Füllhorn der Natur pickt sie gezielt Tannenzapfen, Nadeln, Blätter, Weinranken, Borke und duftendes Apfelholz, Moos, Weinranken-, Reben- und Pappelholz für ihre Kompositionen heraus. Borke beispielsweise muss sie sofort verarbeiten. „Würde ich sie trocknen lassen und später vor dem Gebrauch anfeuchten, würde sie zerfallen“, weiß sie aus Erfahrung. Noch immer kann sie sich am Duft von Naturfasern und der Art, wie sie sich anfühlen, berauschen. </p>
<p><strong>Verwandte Seelen</strong></p>
<p>„Akira machte einen Riesenschritt nach vorn, als sie begann, mit Holz und Ästen zu arbeiten. Sie überrascht mich immer wieder. Ich bewundere sie als Mensch und als Künstlerin.“ In der Tat hohes Lob von ihrer niederländischen Künstlerkollegin Marlaine Verhelst. Marlaines und Akiras letzte Begegnung fand 2009 anlässlich der Konferenz des amerikanischen Puppenkünstler-Verbandes NIADA in Arrowmount, Tennessee, statt, wo Akira ihre erstaunliche Technik vorführte. Marlaine erinnert sich gern an folgende Anekdote: </p>
<p>„Eine Schwarzbärin und ihre zwei Babys waren damals auf dem Gelände gesichtet worden, weshalb ich jeden Morgen um 6 Uhr aufstand, um mich in den Büschen zu verstecken, in der vergeblichen Hoffnung, einen Blick auf die Bären zu erhaschen. Enttäuscht lief ich zu Akira und sagte: „Ich bin ganz traurig, dass ich die Bären verpasst habe.“ „Sie schaute mich nachdenklich an und sagte schließlich: „Ich könnte Larry bitten, ein paar aus dem Kühlschrank mitzubringen.“ Akira, die meine Vorliebe für Bier (beer) kannte, machte sich einen Spaß daraus, so zu tun, als hätte sie statt Bären (bears) Biere (beers) verstanden.“ </p>
<p>Akiras Kompositionen sind ein Bekenntnis zur immerwährenden Sehnsucht, die Schönheit und Seele der Natur zu personifizieren, weshalb sie auf der ganzen Welt gesammelt und geliebt werden.</p>
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