Julchen von Linde Scherer

Frechdachs

16. März, 2010 - Kategorie: Babypuppen
Julchen von Linde Scherer

Irgendwann ist immer das erste Mal. Mit dem Reborn-Bausatz Julchen wagte sich Babypuppen-Autorin Sabine Wegner an ihren ersten Rohling einer Puppe der renommierten Reborn­-Künstlerin Linde Scherer. Das Ergebnis überzeugt.

Schon beim ersten Blick auf den Vinyl-Rohling von Linde Scherer kann man den niedlichen ­Gesichtsausdruck erahnen, den die Babypuppe­ später haben wird. Alle Vinylteile, Dreiviertel-Arme, Dreiviertel-Beine und Kopf sind schön ausgearbeitet in den ­Proportionen stimmig.

Feinarbeit

Julchen wurde aus Real-Feel-Vinyl gefertigt. Dieses Material ist umgangssprachlich auch als Silikonvinyl bekannt, obwohl darin kein Silikon enthalten ist. Es ist extrem weich, fasst sich warm an und ist wohl das der Babyhaut ähnlichste Vinyl.

Der Kopf ist in seiner Gesamtgestaltung gut geformt. Jedes Detail wurde sauber wiedergegeben. Die Augenöffnungen, die Stupsnase und der halbgeöffnete Mund, der die Zunge herausgucken lässt, verraten bereits einen niedlichen und freundlichen Ausdruck. Das Gesicht mit seinen Pausbäckchen und dem kleinen Doppelkinn entspricht einem Baby im Alter ab etwa drei Monaten. Auch die Ohren sind gut ausgearbeitet. Sie sind zwar im Vergleich zu anderen Reborn-Babys etwas größer, aber durchaus angemessen. Eine Speckfalte bildet den Übergang zum Hals. Die Arme und Beine sind dem Kopf entsprechend kräftig gebaut. Sämtliche Speckfältchen wurden perfekt platziert und liebevoll abgerundet. Die Hände und Füße haben feine Linien. Auch die Finger und Fußzehen sowie die Nägel sind realistisch und aufwändig gestaltet.

Basis-Arbeiten

Beim Öffnen der Nase braucht man ein wenig Geduld und Handfertigkeit. Der Bohrer kommt zwar schnell durch das weiche Material hindurch, es ist jedoch schwierig, saubere Schnittkanten zu erreichen, weil sich die weichen Vinylfetzen ­wegklappen, bevor sie der Bohrer erfassen kann. Da das Vinyl an unterschiedlichen Stellen sehr dünn ist, kann es leicht passieren, dass das Material an unerwünschten Stellen einreißt. Aufgrund der Beschaffenheit ist es auch schwierig, dass Vinyl mit der Feile zu bearbeiten. Die letzten kleinen Vinylfetzen kann man vorsichtig mit der Spitze eines Skalpells abschaben. Für Fortgeschrittene ist das sicherlich kein Problem.

Die Farbe des Vinyl-Rohlings ist in einem Beige-Ton, der der Babyhaut sehr ähnlich gehalten ist und ­eignet sich wunderbar zum Färben. Da man das Beige als ­Grundfarbe durchschimmern lassen kann, sind nur wenige Schichten notwendig, um Julchen eine gesunde Hautfarbe zu geben. Verwendet wurden spezielle ­Vinylfarben, die sehr gut haften. Am Ende ergibt sich ein schönes Hautbild.

Fingerfertigkeit

Man kann den Kopf ohne Probleme mit Feltingnadeln rooten. Diese haben eine feine Spitze, sodass der weiche Kopf kaum Widerstand bietet. Die Haare lassen sich gut einziehen. Weniger geeignet für dieses Vinyl sind Spezial-Rootingnadeln, auch Gabelnadeln genannt. Sie bieten dem weichen Kopf eine zu große Angriffsfläche, sodass man Schwierigkeiten beim Einstechen, aber auch beim Herausziehen der Nadel hat.

Die Augen lassen sich leicht einsetzen. Man kann sowohl 22er- als auch 24-er-Größen verwenden. Die weichen Augenhöhlen passen sich gut an diese beide Versionen an.

Auf die Waage

Da Julchen ein kräftiges Baby ist, gibt es keine Probleme beim Gewichten des gesamten Körpers. Zu empfehlen ist, die weiche Stirn des Kopfs mit Kautschuk oder Ähnlichem zu befüllen, damit er eine gewisse Festigkeit erreicht. Softgranulat ist zum Befüllen der Vinylteile nicht geeignet. Es verklumpt und zerstört das Vinyl. Das Gesicht darf man nicht zu fest stopfen, da sich sonst die Gesichtszüge deutlich verändern könnten.

Besonders die Arme haben nur kleine Öffnungen zum ­Befüllen. Wer diese mit einem Skalpell vergrößern möchte, muss darauf achten, die Löcher nicht zu weit zu ­öffnen, damit die Armabschlüsse nicht an Stabilität verlieren und sich eventuell von dem Stoffkörper lösen. Besser ist es, die kleinen Öffnungen zu belassen und etwas mehr Zeit beim Befüllen der Gliedmaßen zu investieren.

Proportionen

Julchen hat einen extra für sie angefertigten Flanell-Scheibengelenk-Körper (hergestellt bei Manuela Svoboda, www.rebornworld.de) bekommen. Besonders ins Auge fällt der schöne Popo. Dieser Körper ist vorne dreigeteilt und wirkt deshalb sehr schlank. Er ist gut dazu geeignet, die Proportionen aller Körperteile von Julchen in Einklang zu bringen, was bei diesem Modell perfekt gelingt.

Entsprechend der Proportionen, der Gestaltung des Gesichts und je nachdem, wie man dieses Modell rebornt oder bekleidet, könnte Julchen ein Alter von etwa drei bis neun Monaten haben, was jedoch nicht ganz exakt der Größe des Modells entspricht. Das ist aber bei ­vielen ­Bausätzen der Fall. Julchen ist etwas kleiner – nach Fertigstellung etwa 52 Zentimeter groß. Ihr Kopf hat aufgrund des schönen Hinterkopfs einen Umfang von 39 Zentimeter. Die Gestaltung der Arme und Beine ist durchdacht, sodass man Julchen in vielen Möglichkeiten positionieren kann.

Zu guter Letzt

Es hat Spaß gemacht, diesem kleinen Wesen Leben einzuhauchen. Julchen ist ein wunderbarer Bausatz, mit dem sicherlich viele Reborner-Herzen erobert werden. Julchen war mein erstes Modell von Linde Scherer. Es wird nicht das Letzte sein.

Mehr zu Thema

Mehr Kreationen von Sabine Wegner (www.sabines-sonnenkinder.de) gibt es in einem ausführlichen Künstlerporträt in der nächsten Ausgabe von Babypuppen.

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