Rügener Puppen- und Spielzeugmuseum wird 25

Kurz-Urlaub

30. März, 2019 - Kategorie: Antik & Auktion, Puppenwelten
Rügener Puppen- und Spielzeugmuseum wird 25

Das Rügener Puppen- und Spielzeugmuseum ist Anlaufpunkt für jeden Inselurlauber, der fasziniert ist von Puppen, ihrem Zubehör und alten Spielsachen. Bereits seit 25 Jahren lockt das Museum mit seinen zahlreichen Exponaten die Besucher in das Affenhaus nach Putbus. Ein Blick zurück verrät, was die Gründer Karin und Berthold Ernst dazu bewog, das Museum zu gründen und was das Besondere an dem Ausstellungsort ist.

Mit schönen, sonnigen Tagen lockte das Frühjahr 1993, sodass Karin und Berthold Ernst nach Abschluss einer Frühjahrs­auktion in Mönchengladbach ein paar Tage ­ausspannen wollten und mit einem Wohnmobil gen Mecklenburg-Vorpommern ­reisten. Die Insel Rügen war als „Wendepunkt“ der Reise geplant und von dort aus sollte es wieder Richtung Heimat gehen. Sie kamen auch nach Hause… Jedoch nur, um Hab und Gut aufzulösen, alles einzupacken und das Auktionshaus an den ältesten Sohn, Horst Poestgens, zu übergeben. Bereits ein Jahr später, am 03. April 1994, wurde das Rügener Puppen- und Spielzeugmuseum in Putbus eröffnet. Die beiden hatten sich in dieses schöne Fleckchen Erde verliebt und es gab kein Halten mehr, einen Neuanfang zu wagen.

Nostalgische Exponate

Ein wunderschönes Domizil, das „Affenhaus“ im Schlosspark zu Putbus, war das Objekt der Begierde. Nur das Rumpfgebäude des ehemaligen Affenhauses von 1830 stand noch. Der große Affenkäfig sollte nach historischem Vorbild rekonstruiert und als verglaster Pavillon wieder hergestellt werden. Nach einigen Verhandlungen mit der Stadt konnte ein Wiederaufbau schnell beginnen und nach erfolgreicher Fertigstellung bot das Objekt jetzt Platz für das Museum und ein Café mit Wintergartenflair. Eine große Außenterrasse unmittelbar am angrenzenden Schwanenteich wurde später angelegt und ist zu einem beliebten Treffpunkt an schönen Sommertagen und -abenden avanciert, die diese Insel reichlich vorweisen kann.

Mit viel Engagement, Energie und Liebe sowie dem Traum von einem eigenen Museum wurde das Kleinod immer mehr ein Publikumsmagnet für Touristen sowie Einheimische. Die Gästebücher füllten sich in kürzester Zeit und man kann begeisterte Einträge von 8- bis 80-Jährigen lesen. Ein Spaß für Groß und Klein wurde Anregung zum Dialog zwischen den Generationen. Die Vielfalt der Exponate, die von Puppenküchen über Puppenstuben, Porzellanpuppen, Zelluloidpuppen, Karussells, Blechspielzeug und Teddys reicht, bietet eine spannende Reise in die Vergangenheit. Sie sind Miniaturdokumente früherer Zeiten über das Spielen, Wohnen und Arbeiten. Die voll gespickten Glasvitrinen können von manch einer neugierig darauf gedrückten kleinen Nase und großen Kinderaugen erzählen. Und die vielen Fingerspuren auf den Glasscheiben der Schaukästen am Abend geben Zeugnis von einem interessanten Museumsbesuch. Aber auch die täglich nach alten Rezepten selbstgebackenen Kuchen finden gemäß dem Motto „Unsere Torten machen nicht schlank, aber glücklich“ ihre Abnehmer in schönster Umgebung. Wenn man Karin Ernst heute trifft, im Museum, im Café oder beim Einkauf, hat man den Eindruck, sie sei gerade erst auf der Insel angekommen und freue sich auf den bevorstehenden Urlaub. Sie liebt und erlebt diese Insel und ihr Museum wie an diesem ersten Tag im Frühjahr 1993. Aber Vorsicht… Es ist ansteckend.

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