Stephanie Namiß beweist Pioniergeist

Puppen in Bewegung

14. März, 2019 - Kategorie: Aktuell, Puppenwelten
Stephanie Namiß beweist Pioniergeist

Neben den traditionellen Porzellankünstlerpuppen und den beliebten Reborns aus Vinyl oder Silikon hat sich in der Puppenszene inzwischen ein weiterer Trend etabliert: Ball Jointed Dolls. Spezielle Kugelgelenke sind das Markenzeichen dieser BJDs, die rein äußerlich wenig mit klassischen Puppen gemeinsam haben. Sie sind vor allem auch Fashion Dolls, die durch Outfits und Accessoires auffallen. Kleidung, wie auch Stephanie Namiß sie fertigt.

Die gelernte Schneiderin aus dem südhessischen Langen fertigt seit einigen Jahren Kleidung und Zubehör für die so genannten Ball Jointed Dolls, kurz BJD genannt. Diese Puppen haben einen Gelenkmechanismus, der ihnen eine hohe Dynamik verleiht. Durch die vielen Möglichkeiten sie zu positionieren, wird auch ein Publikum angesprochen, das mit den tendenziell eher statischen Porzellanpuppen nicht viel anfangen kann.

Outfits aus Resin

Stilistisch sind Ball Jointed Dolls vielleicht am ehesten mit Barbie-Puppen vergleichbar – Stephanie Namiß beispielsweise ist auf das Genre gestoßen, als sie für die Tochter einer Freundin exklusive Kleidung für die beliebte Modepuppe nähen wollte. „Das spielerische An- und Umkleiden ist auch bei Ball Jointed Dolls Programm. Dementsprechend spielt das Outfit bei meinen Puppen eine große Rolle. Aus Resin gefertigt, können BJDs dank ihrer Gelenke wunderbar dekoriert werden“, berichtet Stephanie Namiß.

Eigenwillige Pullips

Einen gravierenden Unterschied gibt es jedoch: Ball Jointed Dolls sind – im ­Gegensatz zu Barbiepuppen, die seit jeher nahezu ausschließlich im Standardmaß von zirka 29 Zentimeter produziert werden – in verschiedenen Größen erhältlich. „Von Minis, die nur 3 Zentimeter messen bis hin zu 90 Zentimeter Gardemaß ist alles möglich.“ Stephanie Namiß stellt vor allem Einzelstücke nach Kundenauftrag her, hat aber auch eigene Designs im Angebot. Erweitert wird ihr Sortiment durch Pullips, die asiatischen Ursprungs sind. Ihre Wurzeln liegen in Japan, die Manga-Einflüsse sind groß.

Charakteristisch für Pullips ist eine Unproportionalität, die jedoch gewollt ist und nur auf den ersten Blick grotesk anmutet. Pullip-Puppen haben im Vergleich zum Körper einen sehr großen Kopf, einen extrem dünnen Hals und überdimensional große Augen. „Ich bin ein großer Fan der japanischen Zeichentrick- und Comicfiguren. Die Beschäftigung mit diesen auch als Manga und Anime bekannten Formaten hat mir die Augen geöffnet, wie viele Puppentypen es gibt und welch schier unerschöpfliches Potential sich dahinter verbirgt.“

Inspirierende Welt

Stephanie Namiß verkauft ihre Kreationen vorzugsweise über das Internet oder auf Messen und Ausstellungen. Stammgast ist sie auf Barbie-Sammlertreffen und Fashion Doll Conventions. „Die anregende Atmosphäre dort bietet das passende Flair für meine Kreationen. Geplant ist in Zukunft aber auch die Teilnahme bei diversen Spielzeugbörsen. Noch sind Ball Jointed Dolls und Pullip-Puppen in Deutschland eher Nischenprodukte, doch langsam wird die Fangemeinde auch hier größer.“

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