Saskia Hoeboer und die Welt der kleinen Dinge

Einfach schön

18. Mai, 2015 - Kategorie: Aktuell, Puppenwelten
Saskia Hoeboer und die Welt der kleinen Dinge

Die Natur bringt wunderschöne Formen und Farben hervor, die manchmal sogar erst im versteinerten Zustand ihre wahre Pracht entfalten. Fossilien, Edelsteine und Treibholz bieten eine imposante Kulisse für die kleinen Skulpturen der niederländischen Künstlerin Saskia Hoeboer-Giesen.

Langes rotes Haar quillt unter einem grünen Hütchen hervor, fällt über die Schultern des zarten jungen Mädchens und ihr feines Blätterkleid. Sie sitzt auf einem ovalen Stein, dessen zwei Farben, rotbraun und grün, die Künstlerin in der Ausstattung ihres Elfenwesens exakt getroffen hat. „Auf die Farbe kommt es an“, erklärt ­Saskia Hoeboer-Giesen, „sie muss zum Stein oder zum Fossil passen auf dem die Puppe sitzt oder liegt.“ So entstehen die einzigartigen Verbindungen aus Natur und Kunst – seien es Stücke von Treibholz oder Holzfossilien, Halbedelsteine oder sanft schimmernde Perlmutt-Schneckenhäuser.

Vielfältigkeit

Dazu gesellen sich Figuren aus Polymer, die Saskia Hoeboer in die Stücke einbettet oder aus ihnen herauswachsen lässt, als gehörten sie schon immer zusammen. Das Polymer erlaubt ihr, auch sehr kleine Formen zu modellieren, die sich an die Basis perfekt anpassen – oft passt ein komplettes Objekt gerade einmal in eine Hand. „Einzigartig, schlicht und einfach“ erscheinen ihre Kunstwerke und gleichzeitig schön und strahlend. Viele Accessoires sind dann nicht mehr nötig – sie würden eher die Einheit zwischen Figur und Natur stören. Wie bei dem Ammoniten mit seiner polierten Oberfläche, die auch die kleinsten Strukturen und Farbenspiele sichtbar werden lässt – er bietet den vollendeten Hintergrund für seinen ruhenden Besucher, dessen Blick der kleiner werdenden Spirale ins Innere des Ammoniten folgt.

Glückselig

Sie selbst genießt es, als Künstlerin frei und selbstständig zu arbeiten: „Ich bin sehr glücklich darüber, wie im Moment alles läuft. Ich kann modellieren, wann immer und was immer ich möchte. Und mein Mann unterstützt mich in allen Dingen.“ So geht sie völlig auf in ihrem Beruf und ihrer Berufung, ihre Kristall-Feen zu kreieren und sich aktiv in der Kunst zu engagieren. Selbst in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich mit kreativen Tätigkeiten – so entwirft sie selber Schmuck aus Polymer sowie anderen Werkstoffen und liebt die Fotografie. Diese Lust am Erschaffen, am Werken und Modellieren zeigte sich bei ihr bereits als Kind. Sie liebte es, mit ihrer Mutter gemeinsam zu basteln und zu handwerken. Daneben entdeckte sie ihre Leidenschaft für Steine, Kristalle und Mineralien. Ihr Vater schenke ihr immer wieder einmal ein besonderes Exemplar, woraus sich mit der Zeit eine Sammlung entwickelte.

Dass diese Interessen einmal zu ihrem Beruf werden würden, daran dachte damals niemand. Denn als junge Frau entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Mit der Geburt ihrer Tochter Marlies 1987 hängt sie diesen Job an den Nagel und widmet sich seitdem ihrer Familie und der Kreativität. „Ich habe so viele Ideen! Gerne stöbere ich in Pinterest, dem sozialen Netzwerk, in dem man Bilder austauschen kann. Dort finde ich die tollsten Sachen. Doch wenn ich modelliere, dann fließt alles aus meiner eigenen Imagination“, sagt sie und streicht sich eine Ponysträhne ihrer auffälligen asymmetrischen Frisur aus dem Gesicht. Ihr Zuhause, das sie mit Ehemann Joop, Hund und Katze teilt, liegt in Nieuwerkerk an der IJssel, nahe der Großstadt Rotterdam.

Als Künstlerin und als Botschafterin des „Dutch and Belgian Institute of Doll Artists“ ist sie auf vielen Veranstaltungen und Messen unterwegs. Für dieses Jahr steht ein ganz besonderer Termin in ihrem Kalender: mit einigen DABIDA-Kolleginnen kommt Saskia Hoeboer zum Internationalen PUPPENfrühling nach Münster. Neben dem Wiedersehen mit anderen Künstlerinnen und dem Pflegen der bestehenden Kontakte freut sie sich schon darauf, dort ihre Objekte den deutschen Sammlern vorstellen zu können.

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