Käthe Kruses Du Mein der Serie B

Ein Baby für die Kinder

3. Mai, 2017 - Kategorie: Aktuell, Antik & Auktion
Käthe Kruses Du Mein der Serie B

Ist von Käthe Kruses Babypuppen die Rede, denken viele direkt an die schweren, großen Säuglingspflegepuppen für Erwachsene, die die Manufakturgründerin auf Anraten ihres Arztes für angehende Mütter fertigte. Für das Kinderspiel waren diese Puppen jedoch ungeeignet – und so entstand ein leichtes Baby, ein Du Mein des Typs V der Serie B.

Es war hilfreich, dass werdende Mütter und lernende Säuglingsschwestern mit den realistisch gestalteten Kruse-Babys den Umgang mit den jungen Lebewesen lernen konnten – noch wichtiger war es Käthe Kruse, den kleinen Mädchen das Gefühl eines richtigen Babys zu vermitteln. Dafür wurden die Puppen des Typs Vs und Vw verändert und als Serie B auf den Markt gebracht.

Diese Serie war nun gestopft und der Körperstoff aus Nessel. Die Größe variierte zwischen 45 sowie 50 Zentimeter und auch das Gewicht schwankte – fast wie im wirklichen Leben. Die Kleinen aus dieser Serie, die nur rund 1.000 Gramm wiegen, haben keinen Bauchnabel, werden die Kinder schwerer (bis zu 2.500 Gramm), bekommen sie einen solchen. Ein kleines Po-Loch zum Fieber­messen haben alle.

Deutliche Unterschiede

Interessant ist vor allem der unterschiedliche Körperschnitt: Die Hände sind nicht die kleinen Fäustchen der Babys der Ausführung A. Es sind Hände mit einzeln angenähten Daumen, sehr ähnlich geformt wie die Hände der alten Puppe I. Außerdem sind die Beinchen wie beim Hampelchen verbunden: mit einem losen, ungefüllten kleinen Stoffschlauch. Also schlenkernd im besten Sinn, natürlich ohne die rückwärtige Knopfbefestigung.

Eine Puppe, die zwei Kilo wiegt, ist für ein kleines Puppenmütterchen schon ziemlich schwer zu schleppen. Dazu die Größe, die einem Neugeborenen entspricht und das entzückende Köpfchen – das vermittelt einem Kind tatsächlich ein echtes Babygefühl, wie keine andere bekannte Puppe jemals zuvor – und eigentlich auch keine danach. Heute sind diese leichten Babys seltener zu finden, als die schweren sogenannten „Sandbabys“. Sie sind wohl besonders häufig in den Kriegswirren verloren gegangen.

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