En miniature Puppenstuben

Spiegel ihrer Zeit

11. März, 2013 - Kategorie: Aktuell, Antik & Auktion
En miniature Puppenstuben

In keinen anderen antiken Spielzeugen spiegelt sich der Geschmack der Zeit so deutlich wieder wie in Puppenhäusern und -stuben. Traditionell wurden die kleinen Kunstwerke mit Möbeln dekoriert, die dem Stil der jeweiligen Epoche entsprachen. Auf diese Weise ermöglichen solche Exponate heutzutage einen Blick in den Wohn- und Lebensstil vergangener Zeiten.

Wann immer kleinen Mädchen in früheren Zeiten eine Puppen­stube oder gar ein Puppenhaus geschenkt wurde, glich die Einrichtung meist dem Möbelstil, der gerade en vogue war. Dies war sowohl der Fall, wenn ein Haus industrieller Fertigung mit dazugehörigen Möbeln gekauft, oder ein leer gekauftes oder selbstgebautes Gehäuse ausgestattet wurde. Einzug hielten meist Möbel, wie sie im eigenen Haus zum Wohnstil gehörten. So hatten auch Erwachsene ihren Spaß während des Aufbaus und der Einrichtung von Puppenstuben.

Stilrichtungen

Waren Stuben, die um 1830 bis 1860 entstanden, vorwiegend mit Biedermeiermöbeln ausgestattet, so waren die Zimmer in großbürgerlichen Wohnungen um 1900 mit aufwändigen Gründerzeitmöbeln bestückt. Diesem Trend folgend, präsentieren sich auch die Stuben dieser Zeit. Die hier vorgestellten Möbel und Einrichtungsgegenstände bilden das Interieur, einer solchen Stube.
Die Möbel sind nicht nur ihrer ursprünglichen Verwendung gemäß gefertigt: Schrank, Sofa, Tisch und Stuhl sind reichhaltig verziert und verfügen über zusätzliche Ablagen, Säulchen und Verzierungen. Winzige aber aufwändige Drechslerarbeiten bilden das hochwertige, schmückende Beiwerk.

Paradebeispiel ist die gerade mal 22 Zentimeter hohe Miniatur eines Schrankes. Dieser verfügt über einen zweitürigen Unterbau und eine breite Schublade, die zwei silberfarbene Griffe zieren. Des Weiteren ist das Möbelstück mit einem zweitürigen Schränkchen-Aufsatz sowie rechts und links mit Ablageflächen versehen. Letztere werden durch zierliche Säulen getragen. Damit ist es ein kleines Schreiner-Schmuckstück.

Familienleben

Das Sofa, genauso hoch wie der Schrank, wird von einem eintürigen Spiegelschränkchen gekrönt. Der achteckige Tisch mit seinen Balluster-Beinen und die zu ihm passenden Stühle runden den gründerzeitlichen Anblick ab.

In diesem aufwändigen Wohnzimmerstil logiert die Puppen­familie Lütt. Der Hausherr, die Hausfrau, zwei Töchter und das Baby – der Stammhalter. Der Herr des Hauses ist in einen legeren Hosenanzug gekleidet. Er scheint es sich gemütlich machen zu ­wollen, um die New-York Tribune zu lesen, den es in einer Miniaturausgabe gibt. Währenddessen räumt seine Frau, noch hübsch in ein Spitzenkleid und Haube gewandet, das Geschirr ab.

Im Nebenzimmer, einem schmalen Raum mit einfachen glatten Schlafzimmermöbeln, bemalt im Stil von Ludwig XVI., liegt das Baby im Kinderwagen. Und wie es üblich war, so hat auch der unentbehrliche Nachttopf seinen Platz im Puppenstuben-Schlafzimmer. Abgerundet wird der Wohnbereich durch den Hund Bello, einen Papagei sowie den Goldfisch in seinem runden Glas. Kurz gesagt handelt es sich um eine Puppenstube voller Leben. Sammler alten Spielzeugs erfreuen sich besonders an den Einrichtungsgegenständen, die den lebendigen Eindruck vermitteln.

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