Edles Kleid mit Hammelkeulenärmeln

Traum in Rot

6. Juli, 2013 - Kategorie: Aktuell, Puppenmachen
Edles Kleid mit Hammelkeulenärmeln

Anfang des 20. Jahrhunderts trugen die feinen Damen der Gesellschaft aufwändige und opulente Kleider. Diese voluminösen Ensembles waren meist mit Ballonärmeln versehen, die man aufgrund ihrer Form auch Schinken- oder Hammelkeulenärmel nennt. Mit der folgenden Schnittanleitung kann nun jeder seine antike Puppen in diesem Stil einkleiden.

Der Schnitt eignet sich für eine 60 Zentimeter (cm) große Puppe mit einer Taillenweite von 31 cm und einer Halsweite von 19 cm. Zunächst die Maße mit denen der Puppe vergleichen, die eigekleidet werden soll. Bei doppelter Stofflage liegt die rechte Seite innen. Die Schnittteile auf den Stoff legen und stecken. Die Konturen mit Schneiderkreide nachzeichnen. Die Nahtzugaben beachten. Bei Puppenkleidern sind, wenn nichts anderes angegeben, die Nähte
1 bis 1,5 cm breit, Hals und Armausschnitt 5 mm, die Saumlänge 2 bis 4 cm. Die Schnittteile bei doppelter Stofflage, wenn nichts anderes angegeben, einmal zuschneiden. Bei diesem Schnitt wird die Passe A vorerst größer zugeschnitten, nach dem Nähen der Biesen gebügelt und in der Originalgröße des Schnittes „zur Ansicht“ mit Nahtzugabe zugeschnitten, sowie das Futter D für die Passe in derselben Größe.

Kleid

Alle zugeschnittenen Teile an der Schnittkante mit Zick-Zack-Stichen versäubern und bügeln. An der Passe A – oberes Vorderteil – die Biesen 2 Millimeter (mm), breit stecken und steppen, nach außen bügeln. Den Schnitt in Originalgröße Passe A darauf stecken, Nahtzugabe beachten und gegebenenfalls korrigieren. Die Vorderteil-Passe A auf Vorderteil B rechts auf rechts stecken, heften und steppen. Die Naht nach oben bügeln. Am Rücken C die Abnäher schließen. ­Vorderteil und Rücken rechts auf rechts legen, die Schulternähte vom Kleid und Futter D und E stecken und steppen. Die Länge vom Rückenfutter E schmal säumen und alles bügeln. Das Rückenfutter als Erstes an die Kante unterhalb des Besatzes vom Rücken C stecken und steppen. An der Kante einschlagen, sodass die rechte Seite innen liegt. Von der Kante zur Mitte 1,5 cm breit steppen, die Nahtbreite bis zum Steppstich einschneiden und wenden. Die rückwärtige Kante heften. Das Futter an den Hals und rückwärtigen Ärmelausschnitt stecken und einschlingen. Ein Futter für das untere Vorderteil B ist nicht nötig. Futter D etwas einschlagen, an die Naht der Passe A stecken und mit kleinen Stichen per Hand annähen.

Für den Halsausschnitt wird ein 3 cm breiter und zirka 21 cm langer Schrägstreifen, (inklusiv 2 cm Nahtzugabe) rechts auf rechts bis jeweils zur rückwärtigen Mitte gesteckt. Die ­Halsweite vor dem Nähen nochmals überprüfen, und falls nötig korrigieren. An den Enden 1 cm zum Einschlagen darüberstehen lassen und steppen. Die Naht bis zum Steppstich öfter einknipsen. Den Schrägstreifen nach links umlegen, einschlagen, stecken und per Hand an den Steppstich annähen. Die Seitennähte von
a nach b schließen.

Hammelkeulenärmel

Beide Ärmel F an der Ärmelkugel und Länge auf der linken Seite zweimal einreihen, die Ärmellänge auf die Weite der Manschette einkräuseln und die Ärmelnaht schließen. Die Ärmelmanschette G und das Futter aus demselben Stoff, rechts auf rechts ­stecken, bis auf die obere Schnittkante zusammennähen. Die Ecken abschrägen, die Längsnaht bis zum Steppstich einknipsen und wenden. Die Kanten heften. Die Schnittkanten zusammenfassen – das erleichtert das Nähen.

Die Manschette 1,5 cm übereinander legen und fixieren, das ergibt einen Ober- und Untertritt, wobei der Obertritt nach hinten zeigt. Die Zeichen an Ärmel und Manschette aufeinander stecken, heften und steppen. Die Naht versäubern. Die Ärmelkugel kräuseln, das Einsatzzeichen an die Schulternaht, Ärmelnaht an die Seitennaht stecken. Die Falten gleichmäßig verteilen, heften und steppen. An die Kante des Obertritts der Manschette jeweils drei kleine Schlingen, passend für die Größe der Knöpfe, mit Knopflochstich nähen. Die Knöpfe werden auf den Untertritt angenäht. Die Naht am Armausschnitt mit Zick-Zack-Stichen versäubern.

Rock

Den Volantstreifen für den Rock doppelt so lang berechnen und zuschneiden – analog zum Umfang der Rockweite: Beispiel: Bei einer Rockweite von 1,20 Meter zirka 2,40 Meter Volantstreifen. Eine Längskante schmal säumen. Nach Belieben eine Spitze annähen. Die obere Längskante mit Zick-Zack-Stichen einschlingen und bügeln, 2 cm nach links umlegen, zweimal einreihen, im Abstand von 1,2 und 1,5 cm. Die Rocklänge etwa 1,5 bis 2 cm breit säumen und bügeln. Die obere Schnittkante zweimal einreihen. Den Volant kräuseln. Das heißt die Reihfäden auf die Weite der Rockbahne zusammenziehen, die Falten gleichmäßig verteilen und auf die Rocklänge stecken, zwischen den Reihfäden darauf steppen, die Borte per Hand darauf nähen.

Die rückwärtige Naht der Rockbahne 2 cm breit stecken und steppen, etwa 10 cm nach oben offen lassen und einen Riegel nähen. Der Rücken wird von rechts nach links geschlossen. Die Rockbahne auf die Weite des Oberteils kräuseln und an das ­Oberteil stecken. Dabei die Falten gleichmäßig verteilen. Die Kante am Obertritt, rechte Seite, 2 cm einschlagen am Untertritt die Kante oder Webkante bündig (nicht einschlagen) an das Oberteil stecken. Auf die gleiche Länge vom Rock und Oberteil achten, heften und steppen.

Der Nähvorgang für den Volant am Oberteil ist derselbe wie am Rock. Eine Längskante schmal säumen, die andere Kante einschlingen. Die beiden Enden säumen und bügeln, 2 cm nach links umlegen. Nach Belieben eine schmale Spitze an den Saum nähen. Für die vordere Mitte, an der halben Länge des Volants schräg abnähen. Jeweils vom Volantende zur Mitte zweimal im Abstand von 1,2 und 1,5 cm von der Kante entfernt einreihen und kräuseln, auf das Oberteil von der vorderen Mitte bis zur rückwärtigen Mitte stecken, heften und zwischen den Reihfäden steppen. Die Borte auf den Steppstich mit der Hand darauf nähen. Die sicht­baren Reihfäden entfernen. Auf die vordere Mitte drei Knöpfe und auf die Rückenmitte vier Druckknöpfe annähen. Am Halsausschnitt eine schmale Spitze auf der linken Seite vom Schrägstreifen annähen. Restliche Nähte per Hand versäubern.

Unterrock

Den Volant an der oberen Schnittkante zweimal einreihen, auf die Hüftpassenweite kräuseln. Das heißt die beiden Reihfäden auf die Weite der Hüftpasse, zirka 70 Zentimeter, zusammenziehen. Den Volant auf die Hüftpasse rechts auf rechts stecken, die Falten gleichmäßig verteilen und steppen. Die Naht mit Zick-Zack-Stichen zusammenschlingen. Die Längsnaht schließen und mit Zick-Zack versäubern. Obere Kante der Hüftpasse 1,5 cm nach links umbügeln und 1 cm breit einschlagen, stecken und steppen, dabei eine kleine Öffnung zum Einziehen des Gummibands berücksichtigen. Das Gummiband wird mit einer kleinen Sicherheitsnadel in den Saum eingezogen und mit der Hand etwas übereinander genäht, die Öffnung schließen. Die Länge schmal säumen und eine Spitzen­borte darauf nähen.

Unterhose

Die zugeschnittenen Teile mit Zick-Zack-Stichen einschlingen und bügeln. Beide Teile rechts auf rechts legen, vordere und rückwärtige Mitte stecken und steppen. Die Naht ausstreifen. Am Schritt die Naht von a nach b und Naht auf Naht stecken und zusammennähen. Die Nahtzugabe an der Taille 1,5 cm nach innen umschlagen, 10 mm breit einschlagen, stecken und steppen. Eine kleine Öffnung für das Gummiband berücksichtigen, einziehen und schließen. Die Länge der Unterhose, bis auf eine Öffnung für das Gummiband ­säumen, etwa 5 mm breiter, da an der Kante der Saumlänge eine Spitze angenäht wird. Alles bügeln.

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