Ball-Robe der Kaiserin Elisabeth

Majestätisch

25. September, 2015 - Kategorie: Aktuell, Puppenmachen
Ball-Robe der Kaiserin Elisabeth

Kaiserin Elisabeth, genannt Sissi, war eine schillernde Persönlichkeit und spätestens durch die gleichnamige Filmreihe mit Romy Schneider in der Hauptrolle ist sie unsterblich geworden. Wer die Filme kennt, erinnert sich auch an die wundervolle, opulente Ball-Robe. Wie man dieses Original-Outfit im Puppenmaßstab näht, erklärt PUPPEN & Spielzeug-Autorin Veronika Schneider.

Dieser Schnitt eignet sich für Puppen mit einer Größe um 50 Zentimeter, einer Taillenweite von 16 bis 18 Zentimeter und einer Oberweite von 21 Zentimeter. Als erstes werden die Maße des Schnittes mit denen der Puppe verglichen, die eingekleidet werden soll. Bei doppelter Stofflage liegt die rechte Seite innen. Die Schnittteile auf den Stoff beziehungsweise den Tüll legen und stecken. Konturen mit Schneiderkreide nachzeichnen und Nahtzugaben beachten. Bei Puppenkleidern sind in der Regel die Nähte 1 bis 1,5 Zentimeter breit, für Hals und Armausschnitt 5 Millimeter, für die Saumlänge in diesem Fall nur 1 Zentimeter, da der Saum mit einem Schrägband eingefasst wird. Alle Teile bei doppelter Stofflage, wenn nichts anderes angegeben ist, einmal mit Nahtzugabe zuschneiden, den Unterärmel im Stoffbruch zweimal zuschneiden. Das Futter für das Oberteil, ohne Ärmel, in derselben Größe zuschneiden.

Sissis Ball-Robe

Nähen: Die zugeschnittenen Teile des Oberteils, das mittlere und die seitlichen Vorderteile, sowie die beiden mittleren Rückenteile und die seitlichen Rückenteile auf das Futter legen, stecken und zusammen mit Zick-Zack-Stichen einschlingen und bügeln. Das mittlere Vorderteil wird mit den seitlichen Vorderteilen, Teil für Teil, zusammengesteckt, eventuell geheftet und gesteppt. Die ­Rückenteile werden ebenso gearbeitet, die Rückenmitte bleibt für den ­Reißverschluss offen. Die ­Schulternähte vom Oberteil und Besatz stecken und steppen.

Den Besatz für das Dekolleté, rechts auf rechts auf den Ausschnitt legen, stecken und steppen. Die Nahtzugabe an den ­Rundungen und der vorderen Mitte bis zur Naht einknipsen, die Nähte bügeln. Den Besatz nach innen schlagen, an der Kante heften und von links bügeln. Den Besatz an das Futter, ohne sichtbare ­Stiche auf der rechten Seite, ­annähen. Tipp: Bevor die Seitennaht geschlossen wird, werden die Ärmel bei kleinen ­Modellen zur Arbeitserleichterung ­bei offener Seite und Ärmelnaht vorher ­eingesetzt.

Die Ärmel

Die Mitte der Oberärmel aus Tüll und der Unterärmel aus Seide, mit farbigem Faden markieren und jeweils die Ärmellänge und Ärmelkugel zweimal einreihen. Den unteren Ärmel (zum Beispiel Seide) auf die passende Oberarmweite plus Ärmelnaht und etwas Spielraum, kräuseln, (zusammenziehen) die Fäden fixieren. Die Länge der Tüll-Ärmel ebenso auf die Weite des unteren Ärmels kräuseln, Ober und Unterärmel aufeinanderlegen, stecken und heften. Den Streifen zum Einfassen der Länge auf die rechte Seite der Ärmel stecken, die Oberarm­weite nochmal überprüfen und steppen. Den Streifen nach links einschlagen, an den Stoff etwas fixieren, damit der Streifen nicht sichtbar wird. Die Stoff-Ärmel an der Kugel auf die Weite des Armausschnittes kräuseln, Fäden fixieren.

Den Tüll auf die gleiche Weite kräuseln wie der Unter­ärmel, beide Lagen Schnittkanten bündig, Zeichen auf Zeichen stecken und heften. Der Oberärmel aus Tüll hat mehr Volumen als der Unterärmel. Ärmel einsetzen, die Zeichen der markierten Mitte der Ärmel an die ­Schulternaht stecken, heften gegebenenfalls per Hand einnähen. Die Seiten und Ärmelnaht in einem Stück zusammennähen, stecken, heften, Oberarmweite nochmals überprüfen, der Ärmel muss eng anliegen, die Nähte schließen. Auf die Länge des Oberteiles einen Schrägstreifen bündig, rechts auf rechts stecken und bis zur ­rückwärtigen Mitte steppen. An den Rundungen etwas einknipsen, einschlagen, heften, und an Kante schmal absteppen. Als nächsten Arbeitsgang, wird der Rock vorbereitet.

Der Rock

Die Rockbahnen, außer der Rocklänge, mit Zick-Zack-Stichen einschlingen und bügeln. Die seitlichen Bahnen an das vordere ­mittlere Blatt (Bahne) rechts auf rechts legen, stecken und steppen. Die rückwärtigen Bahnen an die seitlichen Bahnen stecken und steppen. Die Nähte bügeln. Der zugeschnittene Tüll kann nach Belieben gleich mitgereiht werden. Die Schnitt kanten vom Tüll und Stoff bündig an die Taille stecken und mit Zick-Zack einschlingen. Von der vorderen Mitte bis zur rückwärtigen Mitte jeweils zweimal einreihen. Auf die Weite des Oberteiles einkräuseln, die Reihfäden etwas fixieren. Das Oberteil auf den Rock legen, stecken, dabei die Fältchen gleichmäßig verteilen, bündige Länge des Oberteiles beachten.

Neben der ersten Naht das Oberteil auf den Rock steppen. Die rückwärtige Rocknaht wird etwa 9 Zentimeter unterhalb der Taille bis zum Saumende geschlossen, der Tüll wird nicht ­mitgenäht und wird bei dem Reißverschluss nicht mitgefasst, zur ­Arbeitserleichterung und ist schöner anzusehen. Bevor die ­Saumlänge gesäumt wird, noch eine Anprobe. Den Schrägstreifen ab der hinteren Mitte rundum rechts auf rechts legen, stecken und ­steppen. Den Streifen nach links umlegen, an der Kante heften, Streifen einschlagen, stecken und steppen.

Ein einfacher Nähvorgang zum Einnähen des Reißverschlusses. Die Saumbreite an der hinteren Mitte nach links einschlagen und heften. An der Kante etwa Steppfußbreit absteppen. Den Reißverschluss unterlegen, Zähnchen in die Mitte platzieren, stecken, heften und mit kleinen Rückstichen per Hand auf den Steppstich einnähen. Die Stoffkanten stoßen zusammen und das Dekolleté muss bündig abschließen. Die Nähte versäubern, Heftfäden ziehen. Auf die Tüllstola nach Belieben kleine Sternchen aufkleben.

Reif-Unterrock

Das Korsett und die Krino­line waren damals ein wichtiges ­Attribut. Die Krinoline aus Stahlreifen. Für diese Ball-Robe mit ­angeschnittener Schleppe wurde ein gemäßigter Reif-Unterrock ­getragen. Auf den zugeschnittenen Unterrock wird ein Schrägstreifen, 3,5 Zentimeter breit auf die Saumlänge gesteckt und genäht. Den Schrägstreifen nach links umschlagen, an der Kante heften und steppen. Den Schrägstreifen auf die passende Breite des Reifens einschlagen, stecken und etwa bis 5 Zentimeter zur Schnittkante steppen, die ­rückwärtige Naht wird erst geschlossen, wenn der Tüll auf­genäht ist.
Tipp: Auf ein großes Blatt Papier wird mit Bleistift die Breite der Tüllstreifen aufgezeichnet, den Tüll darauf stecken und an der gezeichneten Linie entlang, mit Papier zuschneiden. Den Ansatz am Unterrock, für den Tüll mit einem farbigen Faden markieren. Der Tüll wird an der Schnittkante zweimal eingereiht, entweder alle drei Lagen zusammen, oder jeweils nur eine Lage, bei dieser Arbeitsweise bekommt der Tüll mehr Volumen. Alle Lagen an die markierte Linie stecken, der Tüll muss mit der Stofflänge bündig sein, und steppen. Eine Spitzenborte auf den Tüllansatz nähen.

Nach Belieben eine Spitzenborte auch an der Länge anbringen. Die rückwärtige Naht bis zur Borte am Tüllansatz schließen, der Tüll wird nur an der Borte mitgefasst, an der Länge wird der Tüll etwas übereinandergelegt und mit der Spitzenborte verbunden. An der Schnittkante der Taille einen Schrägstreifen auf die rechte Seite nähen, am Schlitz säumen, die Kante schmal absteppen, den Schrägstreifen einschlagen, stecken und steppen. Ein Stoff- oder Satinband von etwa 5 Millimeter einziehen. Der Unterrock wird hinten, die Unterhose wird vorne mit einem Band geschlossen. Den Reifen in den Saum einziehen und per Hand den restlichen Saum schließen.

Dessous

Korsett: Bei doppelter Stofflage alle Teile einmal ­zuschneiden. An der Schulter, Seite, Länge und Rückenmitte 1 Zentimeter ­Saumzugabe. Für die Brust-Körbchen und den Brustausschnitt 5 Millimeter Saumzugabe.Nun zum Nähen: Auf das Vorder und Rückenteil wird symbolisch ein etwas 7 Millimeter breiter ­Vlieseline-Streifen auf der linken Stoffseite aufgesteppt.

Vorderteil und Rücken rechts auf rechts legen, die ­Seitennaht, auch vom Futter (gleiches Material) schließen. Die Seitennaht bügeln oder ausstreifen. Beide Teile rechts auf rechts legen, ­stecken und rundum steppen, bis auf den Brustausschnitt und etwa 4 ­Zentimeter an der Länge zum Wenden, zusammennähen. Am Armausschnitt die Naht an den Rundungen etwas einknipsen, die Ecken abschrägen und wenden .An der Kante heften, die offene Naht an der Länge mit der Hand schließen. Den Brustkörbchen-Ausschnitt zusammenschlingen. Das obere Teil, den Streifen der Länge nach falten und an das Brustkörbchen stecken, per Hand ­zusammennähen. Das Körbchen in den Brustausschnitt einsetzen und ebenso per Hand mit kurzen Rückstichen nähen und die Naht versäubern. An der Rückenmitte Augen (Metallschlingen) ­eventuell ­selbstgenähte Schlingen annähen, oder Ösen (Löcher) stanzen. Durch die Augen oder Ösen von oben nach unten im Zick-Zack eine Kordel ­einziehen. Für natürliches Volumen, etwas Watte in die Brust-Körbchen des Korsetts stecken.

Unterhose

Beide Hosenteile rechts auf rechts legen, die vordere und die rückwärtige Naht stecken und steppen. Nach dem Original wird an der vorderen Mitte ein Schlitz offen gelassen. Statt dem ­Gummiband wurde ein Stoffband zum Binden eingezogen. Das Gummiband wurde von einem Briten, Stephen Perry 1845 erfunden, acht Jahre nach Sissi s Geburt. Die inneren Beinnähte schließen. Die ­Schnittkante an der Taille 1,5 Zentimeter umschlagen, einen Zentimeter breiten Tunnel für das Stoffband einschlagen, stecken und steppen. Die Hosenlänge schmal säumen, nach Belieben eine Spitzenborte auf die Länge drauf nähen.

Sternchenfrisur

Sissis berühmte Sternchenfrisur enthielt 27 Diamantensterne. Symbolisch kann man die Sternchen zum Beispiel aus Stanniol basteln. Stanniol befindet sich am Flaschenhals der Wein oder Sektflaschen. Man bastelt sich von einem Sternchen eine ­Schablone aus festem Material. Die Schablone auf das Stanniol legen, mit einer dicken Nadel, die Konturen der Zacken eingravieren und ­ausschneiden. Zum Befestigen Stecknadeln mit einem gelben Kopf in die Mitte der Sternchen stechen und in die Frisur stecken.

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